Stunde der Wintervögel - 1. Zwischenbilanz
Meldung zur „Stunde der Wintervögel“ noch bis 16. Januar möglich
Deutlich weniger Amseln
Eine Zwischenbilanz der „Stunde der Wintervögel“ gibt erste Hinweise auf die Auswirkungen des milden Winters. Besonders in Mittel- und Unterfranken kamen z. T. deutlich weniger Vögel in die Gärten als in den Vorjahren. Bis zum 16. Januar können noch Meldungen abgegeben werden. Ende Januar steht das Endergebnis fest.
Besonders stark war der Rückgang bei der Amsel, die in deutlich weniger Gärten und kleineren Anzahlen beobachtet wurde. Allerdings ist noch unklar, ob es sich dabei um Auswirkungen des Amselsterbens vom Spätsommer handelt oder lediglich um Folgen des milden Wetters. Deutlich häufiger wurde auch die Elster beobachtet, die bereits in den vergangenen Jahren auf dem Vormarsch war. Auch er Grünfink schneidet gut ab. Das lässt vermuten, dass ein befürchtetes Grünfinkensterben noch nicht um sich gegriffen hat.
Platz 1 der am häufigsten beobachteten Vögel werden jedoch entweder Spatz, Kohlmeise oder Feldsperling belegen. Dass gleich drei Arten beste Chancen haben, am Ende oben zu stehen, war bisher bei keiner Zählung der Fall. Die Witterung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Grund dafür, dass in Mittel- und Unterfranken deutlich weniger Vögel an den Futterhäuschen beobachtet werden konnten als im Vorjahr. In Oberfranken, Niederbayern und der Oberpfalz liegt der Durchschnitt dagegen höher.
Im vergangenen Jahr beteiligten sich 21.500 Menschen an der größten naturkundlichen Mitmachaktion und meldeten 650.000 Vögel. Trotz des schlechten Wetters scheint die Beteiligung dieses Vorjahresniveau zu erreichen. Ein Großteil der Meldungen wird jedoch erst noch beim LBV eingehen, denn Beobachtungen können noch bis 16. Januar per Post oder einfach im Internet unter www.stunde-der-wintervoegel.de gemeldet werden.
Vögel im Winter richtig fütten
Artgerechtes Füttern heimischer Wildvögel, wie geht das?
Die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck des LBV zeigt mit der neu eröffneten Musterfutterstelle am Fürstenfeldbrucker Marthabräuweiher ganz genau, wie der perfekte Futterplatz aussieht. Allem voran zählt die Hygiene, denn der Futterspender ist so konstruiert, dass im Gegensatz zum klassischen Vogelhäuschen Verunreinigungen durch Vogelkot kaum noch vorkommen können. Die Verbreitung von Krankheiten wird so unterbunden.
Wichtig ist aber auch, dass sich der Futterplatz an einer übersichtlichen Stelle befindet, so dass die Vögel die Umgebung gut einsehen können, z.B. wenige Meter von einem Gebüsch entfernt. Auch die Futterstelle am Marthabräuweiher wurde entsprechend gewählt. Die nahen Büsche bieten den Vögeln Schutz vor Feinden, was sie entsprechend ruhiger und somit auch besser zu beobachten macht.
Außerdem sollte beim Vogelfutter unbedingt auf Qualität geachtet werden. Billiges Futter enthält oft Füllstoffe ohne Nährwert, ist mit Sand gestreckt und kann zur Ausbreitung der stark allergenen Ambrosia beitragen.
Informationstafeln helfen Besuchern der Musterfutterstelle anwesende Vögel zu identifizieren und sich zum Thema "Vögel füttern - aber richtig!" zu informieren.
Persönliche Auskunft - gleich vor Ort
Wer es ganz genau wissen möchte, kann seine Fragen aber auch direkt an den Fachmann richten, und zwar an den LBV-Betreuer gleich vor Ort an der Musterfutterstelle: Sonntag, 18.12. 2011 und 1.1.2012, sowie am 6., 7. und 8. Januar jeweils von 14-15 Uhr. Danach jeweils sonntags zur gleichen Zeit.

