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Historische Straßennamen in Gröbenzell

Auch wenn die politische Gemeinde Gröbenzell erst auf eine Geschichte seit 1952 zurückblicken kann, so geht die Aktivität der Siedler am Gröbenbach doch viel weiter zurück.

In der Benennung einiger Gröbenzeller Straßen spielgelt sich dies wider - nachstehend ein Überblick über einige Ergebnisse, die das Gemeindearchiv liefert:

Ährenfeldstraße (an der Post Richtung Norden bis zum Wendehammer der Ährenfeldschule):

Die Eheleute Wöhrl haben der Gemeinde ein Grundstuck zur Errichtung einer Schule überlassen. Die beiden äußerten den Wunsch, dass im Namen der Straße zum Ausdruck kommen sollte, dass es sich bei dem Gelände einst um landwirtschaftlichen Grund handelte.

Albert-Meyer-Straße (Querstraße der Eschenrieder Straße bis zum Weiherweg):

Albert Meyer war von 1929 bis 1933 1.Vorstand des Interessenvereins (IVG). Er war Verfasser der 1931 anlässlich des Siedlungsfestes "3 Jahrzehnte Siedlung Gröbenzell" herausgegebenen ersten Chronik von Gröbenzell.

Bernhard-Rößner-Straße (Querstraße der Puchheimer Straße, über die Fußgänger- und Radfahrerbrücke Richtung Osten an der Bernhard-Rößner-Schule vorbei bis zur Tannenfleckstraße)

Bernhard Rößner war direkt im Anschluss an die Gemeindegründung von 1952 - 1957 1.Bürgermeister der Gemeinde Gröbenzell.

Defreggerstraße

Franz von Defregger, österreichischer Genre- und Historienmaler.Geboren am 30. April 1835 am Ederhof bei Stronach, Gemeinde Dölsach, Osttirol; verstorben am 2. Januar 1921 in München.Mehr

Dr.-Hammerschmidt-Platz (südlich der Friedenstraße):

Dr. Hammerschmidt war Direktor der Ziegelei Lochhausen. Er ermöglichte um diesen Platz seinen Arbeitern die Errichtung von Wohngebäuden.

Dr.-Troll-Straße (Parallelstraße zur Olchinger Straße zwischen Tannenfleckstraße und Friedenstraße):

Dr. Troll erwarb 1888 den Gutshof Gröbenzell von den Nachkommen des Bauern Rasso Zwickl, welcher den Hof 1792 aus kurfürstlichen Besitz erworben hatte. Ca. 1903 war Troll Vorsitzender der Genossenschaft zur Korrektion des Gröbenbaches und seiner Nebenbäche. 1914 errichtete er die Gastwirtschaft "Gröbenzeller Hof", welcher am Tag der Kriegserklärung 1914 eröffnet wurde. Dr. Troll schenkte die Grundstücke Ecke Kirchen-/Dr.-Troll-Straße zur Errichtung einer Kirche und Schule. (Rupprecht) Troll war 1898 Initiator des Bahnhaltepunktes Gröbenzell.

Die heutige Rathausstraße, früher Schulstraße, hieß ursprünglich Troll-Straße.

Dr.-Werner-Straße (Querstraße der Puchheimer Straße):

Justizrat Dr. Werner besaß umfangreiche Grundstücke südlich der Augsburger Straße. Dort befindet sich heute die Eiwo-Siedlung an der Alpenstraße. (Rupprecht)

Exterstraße

Um 1903 erwarb der Architekt August Exter aus Pasing umfangreiche Grundstücke nördlich der Bahn zur Errichtung einer Siedlung für Arbeiterfamilien. Er dachte an die Errichtung von 400 Anwesen auf seinem 750 Tagwerk großen Besitz. Es sollten kleine Einfamilienhäuser mit einigen Räumen und einem kleinen Stall mit einigen Tagwerk Grund entstehen. Die Planungen scheiterten, da die Behörden eine Ansiedlung so vieler Arbeiter an einer Stelle für recht bedenklich hielten. Nach 1915 verkaufte Exter seinen Grundbesitz. Die Käufer wurden dann zur Gründung eines landwirtschaftlichen Vereins "Freiland" aufgerufen. (Rupprecht)

Freilandstraße (Querstraße der Birkenstraße Richtung Norden):

So hieß der um 1915 gegründete landwirtschaftliche Verein, welchen die Käufer der Grundstücke des Architekten August Exter gegründet haben.

Hans-Kerle-Straße (Querstraße der Gröbenbachstraße, an der Gröbenbachschule):

Hans Kerle war Gemeinderat und von 1957 - 1959 2. Bürgermeister Gröbenzells. Er überließ der Gemeinde ein Grundstück an der heutigen Hans-Kerle-Straße zur Errichtung der späteren Gröbenbachschule, mit der Schenkung war die Auflage der Benennung einer Straße nach ihm verbunden.

Heinrich-Häberle-Straße

Heinrich Häberle war Mitarbeiter der Ziegelei Lochhausen.

Pfefferstraße (Querstraße der Freilandstraße):

Gottlieb Pfeffer war von 1915 bis 1927 1.Vorstand des landwirtschaftlichen Vereins "Freiland".

Templerstraße (Querstraße der Alpenstraße):

Der Orden der "Tempelritter" oder "Templer" wurde vom französischen Adeligen Hugo von Payens im Jahre 1119 in Jerusalem gegründet. Der elitären Ritterschaft im weißen Mantel mit achtspitzigem Kreuz oblag der Schutz der christlichen Pilger. Schon bald gehörte der Orden zur militärischen, wirtschaftlichen und politischen Elite. Doch Erfolg und Reichtum der "heimlichen Herrscher Europas" weckten Neid und Begehrlichkeiten: Im Jahre 1307 wurde der Orden vom französischen König Philipp IV der Gotteslästerung und Ketzerei angeklagt.

Templer war Kassier beim Verein "Freiland".

Von-Branca-Straße (Fortführung der Tannenfleckstraße bis zur Lena-Christ-Straße):

Anne-Lise von Branca, geboren 1895 in Hannover als Tochter jüdischer Eltern. Ihr Vater, Carl Flörsheim, war Mitinhaber einer Bettenfabrik. Das Elternhaus gehörte zu den liberalen, städtischen Juden, die ihren Kindern mit Abitur und Studium die Chance zum sozialen Aufstieg ermöglichten. Anne-Lise nahm 1917 ihr Studium auf, 1925 promovierte sie mit dem Thema "Der Versuch über den Roman des Freiherrn Christian von Blankenburg". Nach der Heirat mit Gerhard von Branca bezogen sie 1932 eine Wohnung in der Parkstraße. Während des Dritten Reiches war sie Verfolgung und Zwangsarbeiten ausgesetzt. Nach Ende des 2. Weltkrieges war Anne-Lise von Branca von 1948 bis 1965 Lokalberichterstatterin beim Fürstenfeldbrucker Tagblatt. Sie verfasste die Gröbenzeller Ortschroniken  von 1957 und 1962. Sehr am Herzen lag ihr auch das kulturelle Leben in Gröbenzell. 1973 verstarb Anne-Lise von Branca im Alter von 78 Jahren.

Von-Koch-Straße (Querstraße der Wildmoosstraße):

Hermann Edler von Koch gehörte um 1922 zu den ersten Hofbesitzern an der Olchinger Straße. Er hat sich durch Grundabtretungen verdient gemacht.