Gröbenzell begeht Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus

28.01.2022

Unter dem Motto „Gegen das Vergessen“ hat der Dritte Bürgermeister, Gregor von Uckermann, gemeinsam mit dem Gröbenzeller Bildhauer und Zeitzeugen, Hannes L. Götz, stellvertretend für die Gemeinde Gröbenzell am 27. Januar 2022 einen Kranz vor dem Gröbenzeller Mahnmal niedergelegt.

Anlass hierzu war der offizielle Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus. Roman Herzog, früherer Bundespräsident, hatte diesen im Jahr 1996 deutschlandweit eingeführt. Mit einer Schweigeminute sowie Trauerbeflaggung wurde in Gröbenzell allen Opfern des NS-Regimes gedacht, rund 30 Bürger*innen sowie zahlreiche Gemeinderäte bzw. Gemeinderätinnen aller Fraktionen nahmen unter Einhaltung der Corona-Regeln an der Freiluftveranstaltung teil.

„Um nicht zu vergessen, muss man sich erinnern“, sagte Gregor von Uckermann und gab in seiner Rede einen Rückblick auf die Geschehnisse, die dazu geführt haben, dass deutschlandweit am 27. Januar den Opfern der Nationalsozialisten gedacht wird. Denn dieser Tag war im Jahr 1945 der Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau (alleine dort wurden zwischen 1940 und 1945 mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet) und der anderen Konzentrationslager durch die Rote Armee.

Gleichzeitig erinnerte von Uckermann an ein Gröbenzeller Schicksal: Im März dieses Jahres jährt sich die Setzung eines Stolpersteins - einer kleinen, im Boden eingelassenen Gedenktafel - in der Gröbenzeller Bahnhofstraße 3 bereits zum zehnten Mal. Der Stein erinnert an den jüdischen Musiklehrer Kurt Schröter, der von 1923 bis 1937 in Gröbenzell lebte und der am 2. Januar 1944 sein Leben in Auschwitz ließ. Der Dritte Bürgermeister mahnte, dass sich das Geschehene nicht wiederholen dürfe. Ebenso appellierte aus aktuellem Anlass, dass Vergleiche heutiger Corona-Maßnahmen mit dem NS-Regime nicht tolerierbar seien.

Im Anschluss an die Rede von Gregor von Uckermann lasen die Schülersprecher*innen des Gröbenzeller Gymnasiums drei Texte von Abba Naor aus seinem Buch „Ich sang für die SS. Mein Weg vom Ghetto zum israelischen Geheimdienst“ und ließen so indirekt einen Holocaust-Überlebenden zu Wort kommen.