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Rathaus-Neubau - So ist der aktuelle Stand

17.08.2018

In den vergangenen Wochen wurde hinter den Kulissen mit Nachdruck an den Planungen für den Rathausneubau gearbeitet, musste doch das europaweite Ausschreibungsverfahren für die Rohbauarbeiten wiederholt werden. Grund hierfür war, dass im ersten Verfahren nur ein Angebot abgegeben wurde, welches um mehr als das Doppelte über der Kostenberechnung der Gemeinde vom Juli 2017 lag.

Im Rahmen der zweiten Ausschreibung wurden 130 Rohbaufirmen kontaktiert. 27 der 130 Firmen hatten daraufhin grundsätzliches Interesse bekundet. Schließlich registrierten sich zwölf auf der Vergabeplattform und luden das Leistungsverzeichnung herunter. Am 6. Juni 2018 erfolgte die erneute Angebotseröffnung, bei der letztlich sechs Angebote abgegeben wurden.

Das beste und kostengünstigste Angebot mit rund 3,311 Millionen Euro liegt deutlich unter dem der ersten Ausschreibung, liegt aber immer noch ein Drittel über der ursprünglichen Kostenschätzung vom Juli 2017. Eine erneute Ausschreibung mit einem späteren Ausführungsbeginn im Frühjahr 2019 wurde dennoch nicht empfohlen, denn die damit verbundene längere Projektlaufzeit von mindestens fünf weiteren Monaten verursacht Mehrkosten. Zusätzlich ist mit einer weiteren Verschiebung eine weitere Baupreisindexsteigerung in allen Gewerken verbunden. Die Chance auf ein noch wirtschaftlicheres Angebot wird nach wiederholter Durchführung des Vergabeverfahrens als gering betrachtet.

Mit diesen neuen Fakten im Gepäck beschloss der Sonderausschuss für Bauvorhaben am 5. Juli 2018 die Vergabe des Rohbaus an die Firma Hans Müller GmbH, ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz im sächsischen Glauchau. Nach dem aktualisierten Bauzeitenplan kann noch im Oktober 2018 mit dem Rohbau begonnen werden.

Wie verhält es sich mit den Spundwänden? Durch die erneute Ausschreibung der Rohbauarbeiten verlängert sich die sogenannte Vorhaltezeit der Spundwände, also die Zeit, in der diese im Baugrund belassen werden. Eingebracht wurden sie bereits im April und Mai dieses Jahres zur Sicherung und Stützung des Baugeländes. Es handelt es dabei sich um gewellte Stahlprofile, die mit der Fertigstellung des Kellers und Verfüllung der Baugrube wieder „gezogen“ werden. Bislang waren die Spundwände auf Basis einer Monatspauschale angemietet. Ab dem siebten Monat ist jedoch ein Kauf mit Rückkaufverpflichtung für die Gemeinde wirtschaftlicher. Daher hat die Gemeinde die Spundwände zwischenzeitlich erworben. Aktuell wird von einer Standzeit von rund zehn Monaten ausgegangen.

In der Sitzung des Sonderausschusses für Bauvorhaben am 19. Juli 2018 wurden die Elektroinstallationsarbeiten über ein EU-weites Ausschreibungsverfahren vergeben. Mindestbieter war die Firma EBS Elektrotechnik Stefan GmbH. Die Vergabesumme beträgt 1,459 Mio. Euro. Hier liegt die Vergabesumme rund sieben Prozent bzw. 105.000 Euro unter der Kostenberechnung vom Juli 2017. Die Firma EBS Elektrotechnik Stefan GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen aus Bergkirchen.

In der gleichen Sitzung hat der Sonderausschuss für Bauvorhaben die beiden Aufzüge unter dem Gewerk Förderanlagen an die Firma Aufzug & Service W+S GmbH aus Parsdorf bei München vergeben. Hier liegt das Mindestangebot mit 139.000 Euro rund 11,5 Prozent über der ursprünglichen Kostenberechnung, in absoluten Geldbeträgen handelt es sich um 14.000 Euro.

Die beiden europaweiten Ausschreibungen zu Gerüstarbeiten sowie zu Dachdichtungs- und Dachdeckungsarbeiten wurden aufgrund von Budgetüberschreitungen in Höhe von ca. 46 bzw. 67 Prozent aufgehoben. Beide Gewerke werden erneut ausgeschrieben. Die Aufhebung hat jedoch keine Auswirkungen auf den aktuellen Bauzeitenplan – der geplante Ausführungsbeginn in beiden Gewerken ist erst im dritten Quartal 2019.

Foto: Flügel