Sie haben JavaScript deaktiviert. Bitte aktivieren Sie JavaScript, um diese Website nutzen zu können.
Umwelt & Energie

Aktuelles zur Saatkrähen-Vergrämung

Bild: pixabay
Bild einer Saatkrähe. Typisch: Der Fleck auf dem Schnabel.

Die diesjährigen Maßnahmen zur Saatkrähen-Vergrämung in Gröbenzell laufen bereits: Seit Ende Januar ist ein Falkner mit einem speziell ausgebildeten Greifvogel im Einsatz, um die Saatkrähen wieder vom Brüten im Siedlungsgebiet abzuhalten. Geplant sind hierfür je vier Stunden täglich an insgesamt 60 Tagen. Ziel ist, dass der Nestbau im Siedlungsgebiet dadurch verhindert wird und sich die Tiere in siedlungsferneren Bereichen ansiedeln.

Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger erbeten

Damit die Maßnahmen wirksam bleiben und sich die Saatkrähen nicht in andere Bereiche des Ortsgebiets verlagern, bittet die Gemeinde Gröbenzell um Mithilfe: Neue Neststandorte im Siedlungsgebiet sollen bitte gemeldet werden – per E-Mail an umwelt@groebenzell.de oder telefonisch unter 08142 / 505-895, -843 bzw. -283.

In den vergangenen Jahren wurden wiederholt Fütterungen von Krähen gemeldet. Um keine zusätzlichen Tiere anzulocken, bittet die Gemeinde ausdrücklich, auf das Füttern von Krähen zu verzichten.

Information
Erkennungsmerkmale der Saatkrähe
Das Tier zeichnet sich durch schwarzes Gefieder mit metallisch bläulichem bis violettem Schimmer, eine grauweiße, unbefiederte Schnabelbasis (bei erwachsenen Tieren) und einen relativ geraden, spitzen Schnabel aus. Ein Saatkrähennest befindet sich meist im Kronenbereich von Laubbäumen. Typisch ist, dass mehrere Nester dicht beieinanderliegen, da Saatkrähen in Kolonien brüten. Einzelne Nester sind in der Regel unproblematisch – hierbei handelt es sich meist um Rabenkrähen, die keine Koloniebrüter sind.

Hintergrundinformationen zu Vergrämungsmaßnahmen in Gröbenzell

Seit der Unterschutzstellung durch das Bundesnaturschutzgesetz im Jahr 1977 hat sich die zuvor stark geschrumpfte Saatkrähen-Population in Bayern deutlich erholt. Während die Brutgebiete ursprünglich in offenen Landschaften mit Gehölzgruppen lagen, befinden sich viele Kolonien heute innerhalb von Städten und Gemeinden. Dort werden sie häufig als störend wahrgenommen. In Gröbenzell wurden 2021 erstmals brütende Saatkrähen festgestellt. Bereits 2022 stieg die Zahl auf 66 Nester in der Ammersee- und Rathausstraße an. Dies führte zu Konflikten mit Anwohnenden.

Bild einer Saatkrähe. Typisch: Der Fleck auf dem Schnabel.
Die Saatkrähe erkennt man an der „nackten“ Stelle am Schnabel.

Der Gemeinderat beschloss daher, sich an den von der Regierung von Oberbayern genehmigten Vergrämungsmaßnahmen zu beteiligen. Die Maßnahmen erfolgen seither in interkommunaler Abstimmung mit den Nachbargemeinden sowie der Regierung von Oberbayern. In der Brutsaison 2023 zeigten die Maßnahmen deutliche Wirkung, 2024 und 2025 konnte der Ortsbereich dank der regelmäßigen Vergrämungsmaßnahmen sogar vollständig von brütenden Saatkrähen freigehalten werden.

Langfristiges Ziel ist es, die Saatkrähen aus dicht besiedelten Bereichen in geeignetere, siedlungsferne Lebensräume zu lenken. Voraussetzung hierfür ist die Etablierung und der Schutz neuer, konfliktarmer Brutstandorte. Sollten sich Saatkrähen in solchen unproblematischen Bereichen ansiedeln, dürfen sie dort keinesfalls gestört werden.

Alle Beiträge anzeigen