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Wer heute durch Gröbenzell spaziert, begegnet einer gewachsenen Kulturlandschaft. Doch noch vor rund 160 Jahren war die Region geprägt von einer weitläufigen Moorlandschaft. Das sogenannte Dachauer Moos erstreckte sich über große Teile des Umlands. Bäche wie der Gröbenbach und der Ascherbach durchzogen das Niedermoor, Torfstiche und Entwässerungsgräben zeugen bis heute von seiner historischen Nutzung.

Mit der Entwässerung des Moores veränderte sich die Landschaft grundlegend. Torfabbau und Besiedlung führten dazu, dass aus der einst naturnahen Moorlandschaft eine dicht genutzte Kulturlandschaft entstand. Dennoch sind Reste dieser besonderen Lebensräume bis heute erhalten – und sie spielen eine wichtige Rolle für den Artenschutz.

Bedeutung des Dachauer Mooses für den Artenschutz

Moore zählen zu den wertvollsten Ökosystemen überhaupt. Sie bieten spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und tragen gleichzeitig zum Klimaschutz bei, da sie große Mengen an Kohlenstoff speichern. Auch in und um Gröbenzell finden sich noch Flächen mit hoher ökologischer Bedeutung, etwa entlang von Gewässern oder in offenen Wiesenbereichen.

Nahaufnahme: Schmetterling sitzt in der Bepflanzung (auf der Rathausterrasse)

Selbst kleinere Strukturen wie Feuchtflächen, Gräben oder extensiv genutzte Wiesen leisten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Sie bieten Rückzugsräume für Insekten, Vögel und Amphibien und vernetzen unterschiedliche Lebensräume miteinander.

Naturnahe Entwicklung kommunaler Flächen

Die Gemeinde Gröbenzell setzt sich dafür ein, vorhandene Grünflächen ökologisch aufzuwerten. Durch angepasste Pflege, gezielte Ansaaten und die Förderung heimischer Pflanzenarten entstehen neue Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Besonders entlang von Gewässern wie dem Ascherbach können solche Maßnahmen die Biodiversität nachhaltig stärken.

Auch Streuobstwiesen leisten einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz. Sie verbinden traditionellen Obstbau mit ökologischer Vielfalt und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten – von Insekten bis hin zu Vögeln.

Herausforderungen und Chancen

Die Möglichkeiten zur großflächigen Wiederherstellung von Mooren sind im Gemeindegebiet aufgrund der dichten Besiedlung begrenzt. Dennoch können auch kleine Maßnahmen eine große Wirkung entfalten. Der Schutz und die Weiterentwicklung bestehender Lebensräume stehen daher im Mittelpunkt.

Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Bedeutung naturnaher Flächen im Siedlungsraum. Grünflächen, Gärten und sogar kleinste Vegetationsflächen tragen zur biologischen Vielfalt bei und verbessern das lokale Klima.

Ihr Beitrag zum Artenschutz – ganz einfach

Die Gemeinde Gröbenzell ruft alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich aktiv am Schutz der heimischen Artenvielfalt zu beteiligen. Bereits mit kleinen Maßnahmen im eigenen Garten oder auf dem Balkon können wertvolle Lebensräume entstehen.

Heimische und klimaangepasste Pflanzen verwenden

Blumenwiese mit Wildblumen in rosa, rot, blau, u.v.m.

Bevorzugen Sie robuste, standortgerechte Arten, die auch mit trockeneren Sommern gut zurechtkommen, z. B.:

  • Wildblumen: Wiesen-Salbei, Margerite, Natternkopf
  • Stauden: Schafgarbe, Wiesenklee, Flockenblume
  • Sträucher: Weißdorn, Schlehe, Haselnuss

Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel

Schützen Sie Nützlinge und Umwelt, indem Sie auf chemische Mittel verzichten und natürliche Alternativen nutzen.

Blühflächen und Nistmöglichkeiten schaffen

Blühende Flächen sowie Insektenhotels und Nistkästen bieten wichtige Nahrung und Unterschlupf für viele Tierarten.

Natürliche Strukturen erhalten

Hecken, Laub- und Totholzhaufen oder bewusst „wilde“ Gartenecken sind wertvolle Rückzugsorte für Tiere. Gemeinsam kann man Gröbenzell noch lebenswerter und artenreicher gestalten. Jede Maßnahme zählt.

Der Igel

Igel in einem Garten, blickt in die Kamera. Um ihn herum Wiese und Blätter.

Der Igel ist ein ist geschütztes Wildtier und wichtiger Helfer im Garten, da er viele Insekten frisst. In unseren Siedlungen findet er jedoch immer weniger geeignete Lebensräume.

Damit Igel weiterhin gut in Gröbenzell leben können, helfen schon kleine Maßnahmen im Garten:

  • naturnahe Gärten mit Hecken, Laub- und Reisighaufen
  • keine Gifte oder chemischen Spritzmittel verwenden
  • heimische Pflanzen für mehr Insekten
  • kleine Wasserstellen im Garten
  • Durchgänge in Zäunen, damit Igel (und andere Tiere) wandern können

Wichtig: Rasenmähroboter nur tagsüber nutzen und den Garten vorher kontrollieren – Igel sind nachts unterwegs und flüchten nicht. Einen Igel bitte nur dann aufnehmen, wenn er sichtbar verletzt, krank oder stark geschwächt ist.

Fragen?

Die Mitarbeitenden des Umweltamts helfen Ihnen gerne weiter.

Kontakt
Gemeinde Gröbenzell – Umwelt
  • +49 8142 505-236 (Büro)