Pädagogische Konzeption des gemeindlichen Hauses für Kinder am Spechtweg
Liebe Gröbenzellerinnen, liebe Gröbenzeller, liebe Eltern,
„Es gibt keine bessere Offenbarung der Seele einer Gesellschaft als die Art und Weise, wie sie ihre Kinder behandelt.“ — Nelson Mandela
Kinder sind unsere Zukunft. Genau deswegen verdienen sie die besten Voraussetzungen, um sich zu selbstbewussten, verantwortungsvollen und glücklichen Menschen entwickeln zu können. Als Erster Bürgermeister der Gemeinde Gröbenzell, aber auch als dreifacher Vater, weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, dass man seine Kinder in einer sicheren, liebevollen und fördernden Umgebung gut aufgehoben weiß.
Unsere gemeindlichen Kindergärten, die Häuser für Kinder, die Mittagsbetreuung sowie die Ferienbetreuung leisten hierzu Tag für Tag einen wichtigen Beitrag: Sie begleiten die Gröbenzeller Kinder, fördern ihre individuellen Fähigkeiten, stärken ihre Persönlichkeit und schaffen Räume, in denen sie Gemeinschaft erleben, Freundschaften knüpfen und die Welt mit Neugier entdecken können. Kurzum: Sie sind mehr als nur Betreuungsangebote.
Das bedeutet viel Verantwortung, denn die ersten Lebensjahre und die Grundschulzeit prägen die Entwicklung unserer Kinder in besonderem Maße.
Mit viel Engagement, Fachwissen und Herz begleiten unsere pädagogischen Fach- und Betreuungskräfte die Kinder auf ihrem Weg.
Ich bin froh, dass wir in der Gemeinde ein qualitativ so hochwertiges Betreuungsangebot bieten können.
Eng einher mit den hohen qualitativen Anforderungen an die pädagogische Arbeit in unseren Einrichtungen, geht das gemeindliche Ziel, den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zu decken.
Orientiert an der Lebenswirklichkeit unserer Kinder in den Familien, geben die ständig fortgeschriebenen Konzepte der einzelnen Einrichtungen die Standards für eine hochwertige Arbeit vor. Unsere Kindertageseinrichtungen geben über Bildung, Erziehung und Betreuung den Kindern und Eltern viele Anknüpfungspunkte für eine Entwicklung hin zu selbstbewussten, couragierten und verantwortungsbewussten Menschen.
Leitgedanke ist, mit den kommunalen Kindertageseinrichtungen einen Beitrag zu einer liebenswürdigen und lebendigen Gemeinde zu leisten.
In Bezug auf unseren konkreten Auftrag im Rahmen der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern verfolgen wir insbesondere folgende Leitziele:
- frühkindliche Bildung orientiert an den hohen Qualitätsstandards des Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplans
- ganzheitliche und kindergerechte Betreuung entsprechend den zeitlichen Bedürfnissen und Wünschen der Eltern
- optimale Betreuungsangebote ausgerichtet an den fachlich-pädagogischen Erfordernissen, den Anforderungen von Kindern, Eltern, Mitarbeiter*innen, des Trägers sowie den gesetzlichen Vorgaben
Die pädagogischen Konzeptionen unserer Einrichtungen spiegeln den hohen Anspruch wider, den wir an die Bildung, Erziehung und Betreuung der Gröbenzeller Kinder stellen. Sie machen deutlich, welche Werte unser Handeln leiten, welche Ziele wir verfolgen und wie wir die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung begleiten. Damit Eltern und Kinder zufrieden sind, legen wir großen Wert auf eine ausführliche Vorabinformation der Eltern über die Konzeption und das Betreuungsangebot der Einrichtung. Ein aktives Mitwirken der Eltern und gegenseitiger Austausch ist uns wichtig, damit wir gemeinsam unsere Ziele verwirklichen können.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und hoffe es zeigt, mit wieviel Engagement, Verantwortung und Herzblut die Kinder jeden Tag begleitet werden. Ihre Entwicklung ist und bleibt die wichtigste Investition in die Entwicklung unserer Gesellschaft sowie unserer Gemeinde.
Ihr Dr. Daniel Holmer Erster Bürgermeister Gemeinde Gröbenzell
Jedes Kind ist einzigartig. Unsere Einrichtung gibt den Kindern die Möglichkeit, sich ihrem Alter entsprechend, nach ihrem eigenen Entwicklungstempo zu entfalten und zu selbständigen Menschen zu entwickeln. Dafür bietet unser pädagogisches Personal den Kindern vielfältige Bildungsangebote zum Lernen an. Die Ideen und Interessen der Kinder fließen in den Tagesablauf mit ein. Partizipation spielt im Alltag eine wichtige Rolle.
Unsere Fachkräfte legen großen Wert darauf, dass sich die Kinder und ihre Eltern in der Einrichtung wohlfühlen. Hierbei liegt unser Augenmerk auf einer liebevollen Betreuung der Kinder, einem regelmäßigen Austausch mit den Eltern und ein wertschätzendes Miteinander.
Die vorliegende pädagogische Konzeption soll allen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen, Eltern und Personen, die an unserer Einrichtung interessiert sind, Transparenz über unsere pädagogische Arbeit verschaffen.
1.1 Geschichte
2026 entstand das Haus für Kinder am Spechtweg durch den Zusammenschluss der Kinderkrippe Unterm Regenbogen und des Kindergartens Spatzennest.
Geschichte der Krippe Unterm Regenbogen:
1992 öffnete unsere Krippe Unterm Regenbogen ihre Tore in Containern an der Rudolfsteinerstraße für die ersten Krippenkinder in der Gemeinde Gröbenzell. Im Jahr 1996 fand der Umzug in die jetzigen Räumlichkeiten statt.
Geschichte des Kindergartens Spatzennest:
Bereits im Jahr 1974 wurde mit dem Kindergarten „Flohkiste“ in der Freilandstraße die erste gemeindliche Kindertageseinrichtung eröffnet. Von 1992–1996 erfolgten weitere Neueröffnungen der Gemeinde Gröbenzell: der Kindergarten „Wichtelhaus“ im Freizeitheim und unsere Kindertageseinrichtung, damals noch unter dem Namen „Igelhaus“, die sich seit November 1996 zusammen mit der Kinderkrippe in neuen Räumen am Spechtweg befindet. 1997 erhielt das „Igelhaus“ auf Grund einer Initiative des Personals und der Elternschaft den Namen „Spatzennest“.
Im September 2005 wurden die drei Kindergartengruppen in zwei Kindergartengruppen und eine Mischgruppe umgewandelt. Im September 2007 entstand die zweite Mischgruppe. In beiden Gruppen wurden 20 Kinder betreut. Im September 2008 wurde die Gruppenstärke in beiden Gruppen reduziert. Im September 2009 wurde auch die dritte Gruppe in eine Mischgruppe umgewandelt. In allen drei Gruppen werden nun ca. 4–5 Kinder im Krippenalter und ca. 13–14 Kinder im Kindergartenalter betreut.
1.2 Einzugsgebiet, Lage und Erreichbarkeit
Gröbenzell liegt am westlichen Stadtrand Münchens. Die Bevölkerungszahl beträgt momentan 19.422 (Stand 01.07.2026).
- In direkter Nähe befindet sich ein Waldorf-Kindergarten, eine Rudolf-Steiner-Schule, ein Altenheim und ein sozialer Wohnungsbau. In geringer Entfernung sind das Gymnasium, die Jugendbegegnungsstätte Impuls 8406, das Freizeitheim Gröbenzell und die Gemeindekindergärten Wichtelhaus und Flohkiste, die Kinderkrippe Sterntaler, sowie die Feuerwehr und die Malteser. Unsere Kindertageseinrichtung liegt in einer eher ländlichen Gegend. Es gibt einen Park, Felder und Pferdekoppeln in der näheren Umgebung.
- Gröbenzell zeichnet sich durch eine gemischte Bevölkerungsstruktur aus.
- Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
- Von München aus mit der S3 Richtung Maisach, Mammendorf, Haltestelle Gröbenzell, 15-minütiger Fußweg zur Kindertageseinrichtung
- Bus 832 – alle 40 Minuten, die Bushaltestelle befindet sich direkt vor der Tür
- Bus 830 aus Puchheim oder Lochhausen kommend, 20 Minuten Fußweg zur Einrichtung
- Die idyllische Lage unserer Einrichtung, flankiert von Wiesen und einem Park mit Spielplätzen, garantiert unseren Kindern einen ungehinderten Zugang zu Erlebnissen in der Natur.
1.3 Räumlichkeiten und Außengelände
Unsere Kindertageseinrichtung wurde 1996 als ökologischer Holzständerbau errichtet. Bei der Bauweise wurde besonderer Wert auf nachhaltige und gesundheitlich unbedenkliche Materialien gelegt.
Der Kinderkrippenbereich und der Kindergartenbereich verfügen über separate Eingänge und sind gleichzeitig räumlich miteinander verbunden. Dies ermöglicht sowohl eigenständige pädagogische Arbeit als auch bereichsübergreifende Zusammenarbeit.
Der Krippenbereich umfasst zwei Gruppenräume mit jeweils angrenzendem Schlafraum, Wickelbereich und Garderobe. Zusätzlich stehen Bewegungsflächen, Funktionsbereiche sowie ein großzügiger Garten mit vielfältigen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Der Kindergartenbereich verfügt über drei Gruppenräume mit Nebenräumen und unterschiedlichen Spielbereichen. Ergänzt wird das Raumkonzept durch eine Spielinsel, einen Turnraum sowie naturnah gestaltete Außenbereiche mit Kletter-, Bewegungs- und Sandspielmöglichkeiten.
Unsere Räume bieten den Kindern vielfältige Bildungs- und Erfahrungsräume und unterstützen selbstbestimmtes Lernen, Kreativität, Bewegung sowie soziale Interaktion.
1.4 Öffnungszeiten/Schließzeiten
Unsere Einrichtung ist Montag bis Donnerstag von 7:30 Uhr bis 15:30 Uhr sowie freitags von 7:30 Uhr bis 15:00 Uhr geöffnet. Kernzeiten gewährleisten einen strukturierten Tagesablauf und pädagogische Kontinuität.
Die Schließzeiten werden jährlich in Abstimmung mit dem Träger und dem Elternbeirat festgelegt und den Familien frühzeitig bekanntgegeben. In der Regel belaufen sich die Schließtage auf 30 Tage im Kalenderjahr.
1.5 Personal
Eine wertschätzende Zusammenarbeit, regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sowie fachlicher Austausch bilden die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Unser pädagogisches Team besteht aus Fach- und Ergänzungskräften, welche in den Krippen- und Kindergartengruppen tätig sind. Ergänzt wird das Personal regelmäßig durch Praktikantinnen und Praktikanten. Unsere pädagogische Arbeit wird an zwei Tagen durch eine Fachkraft, die die Weiterbildung zur Musikpädagogin absolviert hat, unterstützt.
Darüber hinaus unterstützen vier hauswirtschaftliche Mitarbeitende den Alltag der Einrichtung. Die tägliche Reinigung der Einrichtung übernimmt eine externe Firma.
1.6 Gruppen
In den zwei Krippengruppen werden jeweils bis zu zwölf Kinder im Alter von einem bis drei Jahren betreut.
Die drei Kindergartengruppen sind altersgemischte Gruppen, mit jeweils bis zu 18 Kindern. In diesen Gruppen können bis zu fünf U3-Kinder im Alter von 18 Monaten bis 3 Jahren aufgenommen werden. Die altersgemischte Gruppenstruktur ermöglicht individuelles Lernen, gegenseitige Unterstützung sowie eine ganzheitliche Entwicklungsbegleitung.
1.7 Telefonzeiten und Sprechzeiten
Unsere Einrichtung ist täglich unter der Nummer 08142/58225 von 7:15 Uhr bis zum Ende der Öffnungszeit zu erreichen. Sollten wir einmal nicht erreichbar sein, kann auf den Anrufbeantworter gesprochen werden oder eine E-Mail an kitaspechtweg@groebenzell.de geschickt werden.
1.8 Ernährung und Essensversorgung
Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil unseres pädagogischen Alltags.
Für die Krippenkinder wird das Frühstück, das Mittagessen sowie der Nachmittagssnack täglich frisch und kindgerecht durch unser hauswirtschaftliches Personal zubereitet. Dabei achten wir auf hochwertige und regionale Lebensmittel.
Die Kindergartenkinder bringen ihre Brotzeit von Zuhause mit. Getränke (Milch, Wasser mit und ohne Sprudel) sowie frisches Obst (Schulobst) stehen ihnen täglich zur Verfügung, auch am Nachmittag. Das warme Mittagessen wird von einem Caterer geliefert, dieser orientiert sich an den Vorgaben des DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas.
2.1 Aufnahmeverfahren
Die Aufnahmekriterien für die Kindergartenkinder richten sich nach der Satzung über die Benutzung der Kindereinrichtungen der Gemeinde Gröbenzell, die auf der Homepage der Gemeinde zu finden ist, oder auch jederzeit in der Kindertageseinrichtung eingesehen werden kann.
In den Krippengruppen werden Kinder ab 1 Jahr aufgenommen, in den altersgemischten Kindergartengruppen ab 18 Monaten.
Auszug aus der Benutzungssatzung (Aufnahme Krippenkinder):
- Kinder mit Hauptwohnsitz in Gröbenzell
- Kinder, deren Personensorgeberechtigte Hilfe zur Erziehung nach § 27 SGB VIII benötigen
- Kinder, deren Personensorgeberechtigte alleinerziehend sind und berufstätig oder sich in Ausbildung befinden
- Kinder, deren Personensorgeberechtigte beide berufstätig sind
- Kinder, deren Personensorgeberechtigte sich in einer Notlage befinden
2.2 Anmeldung
Die Anmeldung für unsere Einrichtung erfolgt ausschließlich über das onlinegestützte Anmeldeprogramm.
2.3 Gebühren
Die monatliche Betreuungsgebühr für die U3-Kinder wird abhängig von der jeweiligen Buchungszeit sowie dem Einkommen beider Elternteile berechnet.
Die monatliche Betreuungsgebühr für die Kindergartenkinder richtet sich nach den Buchungszeiten. Die Gebühren können der Satzung über die Erhebung von Benutzungsgebühren für den Besuch einer gemeindlichen Kindereinrichtung (Kindereinrichtungsgebührensatzung – KEGS) auf der Homepage der Gemeinde Gröbenzell entnommen werden.
3.1 Aufsicht
Die Aufsichtspflicht des pädagogischen Personals der Einrichtung beginnt mit der persönlichen Übergabe des Kindes an das pädagogische Personal und endet mit der Übergabe an die abholberechtigte Person.
Wird ein Kind von einer anderen Person als den Eltern abgeholt, ist eine schriftliche Vollmacht der Personensorgeberechtigten erforderlich. Die abholende Person muss sich auf Verlangen ausweisen können und muss mindestens 18 Jahre alt und in der Lage sein, Verantwortung für das abzuholende Kind zu übernehmen.
Bei gemeinsamen Veranstaltungen von Eltern und Einrichtung liegt die Aufsichtspflicht bei den Eltern bzw. Personensorgeberechtigten.
Unser pädagogisches Handeln orientiert sich an einer verantwortungsvollen, entwicklungsangemessenen Aufsicht, die den Kindern zugleich Freiräume für selbstständiges Lernen und eigenverantwortliches Handeln ermöglicht.
3.2 Haftung
Die Kinder der Einrichtung sind nach § 539 Art. 1, Nr. 14 RVO im Falle eines Unfalls versichert: auf dem direkten Weg zur und von der Kindertageseinrichtung, während des Kindertageseinrichtungsaufenthalts, bei Veranstaltungen und Unternehmungen und Exkursionen der Kindertageseinrichtung. Einer Inanspruchnahme der Versicherungsleistung muss eine Unfallmeldung vorausgehen. Deshalb besteht eine sofortige Mitteilungspflicht an die Leitung der Kindertageseinrichtung. Die Versicherungsgebühr wird vom Träger der Kindertageseinrichtung entrichtet. Wir haften jedoch nicht für mitgebrachtes Spielzeug, Wertgegenstände, die Wäsche Ihres Kindes oder Ähnliches.
3.3 Abwesenheit, Kündigung
Bei Krankheit oder anderweitigem Fernbleiben des Kindes ist unsere Einrichtung bis spätestens 8:30 Uhr des entsprechenden Tages zu informieren. Kranke Kinder und Kinder, die aus einem Haushalt kommen, in dem ein Familienmitglied an einer ansteckenden Krankheit leidet oder der Verdacht auf eine ansteckende Krankheit besteht, dürfen unsere Einrichtung nicht besuchen. Bei ansteckender Krankheit des Kindes oder eines Geschwisterkindes ist das der Kindertageseinrichtung sofort mitzuteilen.
Diese Krankheiten sind z. B.:
- Durchfall
- Erbrechen
- fiebrige Erkrankungen
- Bindehautentzündung
- alle weiteren sog. Kinderkrankheiten
Die Einrichtungsleitung oder deren Vertretung kann zum Schutze der anderen Kinder und des Personals die Aufnahme eines erkrankten Kindes verweigern. Erkrankte Kinder dürfen nach einer Krankheit erst wieder die Einrichtung besuchen, wenn zwei Tage keine Krankheitssymptome mehr bestehen. Bei Durchfall oder Erbrechen muss das Kind mindestens 48 Stunden symptomfrei gewesen sein, um die Einrichtung wieder besuchen zu können. Am ersten Tag des Wiederbesuchs nach einer ansteckenden Krankheit kann eine Bescheinigung vom Arzt vor der Einrichtung verlangt werden, dass das Kind frei von ansteckenden Krankheiten ist.
Medikamente werden in unserer Einrichtung nicht verabreicht. Notfallmedikamente, die nicht injiziert werden müssen, sind davon ausgenommen (nach Einweisung eines Arztes/Vollmacht schriftlich). Alle Besonderheiten bezüglich der Gesundheit und Konstitution des Kindes sind dem Betreuungspersonal vor Beginn des Einrichtungsbesuchs mitzuteilen. Hierunter fallen insbesondere Behinderungen, Anfalls- und Bluterkrankungen, Allergien, Unverträglichkeiten, körperliche Beeinträchtigungen etc., ferner Vorfälle mit möglichen Spätfolgen, z. B. Unfälle und Verletzungen.
Die Abmelde- und Kündigungsmodalitäten entnehmen Sie bitte unserer Satzung über die Benutzung der Kindereinrichtungen der Gemeinde Gröbenzell § 9.
3.4 Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung wird im § 8a SGB VIII geregelt. In diesem wird die Vorgehensweise bei einer Kindeswohlgefährdung beschrieben. Wenn ein Fall von Kindeswohlgefährdung vorliegen sollte (körperliche und seelische Vernachlässigung und/oder Misshandlung, körperliche und/oder sexuelle Gewalt), orientieren wir uns an der Vorgehensweise des § 8a Abs. 1 SGB VIII.
Sollte eine Situation einer Kindeswohlgefährdung auftreten, wird der Träger der Einrichtung (Gemeinde Gröbenzell) die notwendigen Schritte einleiten (in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, um die Gefahr für das Kind abzuwenden).
Regelmäßige Fortbildungen im Bereich Kinderschutz, Prävention und Partizipation unterstützen die Qualität unserer pädagogischen Arbeit und stärken die Rechte der Kinder.
Eine ausführliche Erläuterung finden Sie im Kinderschutzkonzept, das im Eingangsbereich unserer Einrichtung zum Lesen zur Verfügung steht.
3.5 Rechte der Kinder
Die Rechte der Kinder bilden die Grundlage unseres pädagogischen Handelns. Orientierung bieten dabei die UN-Kinderrechtskonvention sowie die gesetzlichen Vorgaben des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans.
Kinder haben das Recht:
- auf Schutz und Sicherheit,
- auf Bildung und individuelle Entwicklung,
- auf Beteiligung und Mitbestimmung,
- auf Wertschätzung und Gleichbehandlung,
- auf Spiel, Ruhe und freie Entfaltung,
- auf eine gewaltfreie Erziehung,
- auf eigene Meinungen, Gefühle und Bedürfnisse.
Wir begegnen jedem Kind mit Respekt und Wertschätzung und schaffen eine Umgebung, in der Kinder sich sicher, angenommen und ernst genommen fühlen.
3.6 Sicherung der Kinderrechte
Kinderrechte werden in unserer Einrichtung aktiv gelebt und im Alltag umgesetzt.
Die Kinder erleben Beteiligung durch:
- Mitbestimmung im Tagesablauf,
- Gesprächskreise und Kinderkonferenzen,
- freie Wahl von Spielpartnern/Spielpartnerinnen und Aktivitäten,
- Mitsprache bei Projekten und Regeln,
- Beschwerde- und Rückmeldemöglichkeiten.
Wir fördern eine Kultur des Zuhörens, der Wertschätzung und des respektvollen Umgangs miteinander.
Die Kinder lernen, ihre Meinung zu äußern, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte konstruktiv zu lösen.
4.1 Unser Leitbild, Ziele und Schwerpunkte im Krippenbereich
4.1.1 Unsere pädagogische Arbeitsweise
Wir arbeiten nach den Vorgaben des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) und der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (AVBayKiBiG), mit dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BayBEP) und orientiert an den Bedürfnissen von Kindern in den ersten Lebensjahren.
Im Mittelpunkt steht das Kind mit seinem individuellen Entwicklungsstand, seinen Bedürfnissen und seinem eigenen Lerntempo. Eine vertrauensvolle und sichere Bindung zu den pädagogischen Fachkräften bildet die Grundlage für Wohlbefinden, Lernen und Entwicklung.
Kinder lernen in diesem Alter vor allem durch eigenes Handeln, Nachahmung, Bewegung, Spiel und alltägliche Erfahrungen. Wir begleiten sie achtsam, stärken ihr Selbstvertrauen und schaffen eine Umgebung, die zum Entdecken, Ausprobieren und Lernen einlädt.
4.2 Tagesablauf in den Krippengruppen
Ein verlässlicher Tagesablauf gibt den Kindern Orientierung, Sicherheit und Geborgenheit. Wiederkehrende Rituale und Abläufe sowie ausreichend Zeit für Pflege, Spiel, Bewegung und Ruhe prägen den Alltag. Sie unterstützen die Kinder dabei, sich im Alltag zurechtzufinden und fördern ihr Wohlbefinden. Besonders in den ersten Lebensjahren benötigen Kinder verlässliche Strukturen, aber auch ausreichend Zeit für freies Spiel, Bewegung, Ruhe und selbstbestimmtes Lernen.
Beispielhafter Tagesablauf – Krippe
| Uhrzeit | Aktivität |
|---|---|
| 07:30 Uhr | Öffnung der Krippengruppen / Frühdienst |
| 07:30 – 08:00 Uhr | Bringzeit und individuelle Begrüßung |
| 08:00 – 08:30 Uhr | Ankommen und Freispiel |
| 08:30 – 09:00 Uhr | Gemeinsames Frühstück |
| 09:00 – 10:45 Uhr | Morgenkreis mit Liedern, Fingerspielen und Gesprächsrunden / Freispiel / Projektarbeit, Bewegungsangebote / Spaziergänge oder Gartenzeit |
| 10:45 – 11:00 Uhr | Pflegezeit (Wickeln, Toilettengang und Händewaschen) |
| 11:00 – 11:30 Uhr | Gemeinsames Mittagessen |
| 11:30 – 11:45 Uhr | Vorbereitung auf die Ruhe- und Schlafenszeit |
| 12:15 – 12:30 Uhr | Erste Abholzeit |
| 12:00 – 14:00 Uhr | Mittagsschlaf und Ruhephase |
| 14:00 – 14:15 Uhr | Aufstehen, Pflege und Anziehen |
| 14:15 – 14:30 Uhr | Zweite Abholzeit |
| 14:30 Uhr | Gemeinsame Brotzeit |
| 14:50 – 15:30 Uhr | Freispiel im Gruppenraum oder Garten |
| bis 15:30 Uhr | gleitende Abholzeit (freitags bis 15:00 Uhr) |
Die Bedürfnisse der Kinder nach Schlaf, Pflege und emotionaler Zuwendung werden dabei individuell berücksichtigt.
4.3 Kennenlern- und Eingewöhnungsphase
Die erste Eingewöhnung ist ein bedeutender Übergang im Leben eines Kindes und seiner Familie. Sie bildet die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Kind, Eltern und pädagogischen Fachkräften.
Wir gestalten die Eingewöhnungszeit individuell, behutsam und in enger Zusammenarbeit mit den Eltern. Eine konstante Bezugsperson begleitet das Kind und unterstützt es dabei, die neue Umgebung kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. Schrittweise lernt das Kind die neue Umgebung, die Gruppe sowie die pädagogischen Fachkräfte kennen und baut tragfähige Beziehungen auf.
Wichtige Informationen über Gewohnheiten, Vorlieben, Schlaf- und Essenssituationen werden im Vorfeld gemeinsam besprochen. Die Dauer der Eingewöhnung richtet sich nach den Bedürfnissen des einzelnen Kindes.
4.4 Ausflüge und Naturerfahrungen
Die Krippenkinder sammeln altersgerechte Erfahrungen außerhalb der Einrichtung. Spaziergänge, Naturbeobachtungen und kleine Ausflüge ermöglichen vielfältige Sinneserfahrungen und fördern die Wahrnehmung der Umwelt.
4.5 Projektarbeit
Auch im Krippenbereich greifen wir Themen und Interessen der Kinder auf. Projekte entstehen aus Alltagssituationen, Beobachtungen und aktuellen Bedürfnissen der Kinder.
Dabei stehen das gemeinsame Entdecken, Erleben und Ausprobieren im Vordergrund. Die Kinder sammeln erste Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien, Farben, Klängen und Bewegungsformen.
4.6 Altersgemischtes Lernen
Die Krippenkinder profitieren vom Zusammenleben mit älteren Kindern. Sie erhalten Anregungen durch Beobachtung und Nachahmung, während ältere Kinder Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein entwickeln. Dadurch entstehen wertvolle soziale Erfahrungen und ein respektvolles Miteinander.
4.7 Bildungsbereiche im Krippenalltag
Eine sichere Bindung bildet die Grundlage für Lernen, Entwicklung und emotionales Wohlbefinden. Kinder benötigen verlässliche Bezugspersonen, die ihnen Sicherheit, Schutz und Orientierung geben.
Unsere Bildungsarbeit erfolgt alltagsintegriert und orientiert sich an den Entwicklungsbedürfnissen der Kinder.
Schwerpunkte sind:
- soziale und emotionale Entwicklung
- Bewegung und Gesundheit
- Wahrnehmung und Sinneserfahrungen
- Musik und Rhythmik
- kreatives Gestalten
- Natur- und Umwelterfahrungen
- erste mathematische Erfahrungen
- Wertevermittlung und Gemeinschaft
Der Wochenrückblick, welcher in der Garderobe ausliegt, informiert die Eltern über Aktivitäten und Ereignisse des Gruppenalltags und ist vor jedem Gruppenraum einsehbar.
4.7.1 Bindung und Beziehung als Grundlage für Bildung
Eine sichere Bindung bildet die Grundlage für Lernen, Entwicklung und emotionales Wohlbefinden. Kinder benötigen verlässliche Bezugspersonen, die ihnen Sicherheit, Schutz und Orientierung geben. Deshalb gestalten wir die Eingewöhnung individuell, bedürfnisorientiert und in enger Zusammenarbeit mit den Familien. Jedes Kind erhält die Zeit, die es benötigt, um Vertrauen aufzubauen und sich in der neuen Umgebung sicher zu fühlen.
Unsere pädagogischen Fachkräfte begleiten die Kinder feinfühlig, aufmerksam und wertschätzend. Durch verlässliche Tagesstrukturen, Rituale und eine empathische Interaktion schaffen wir Sicherheit und Geborgenheit.
4.7.2 Emotionale und soziale Kompetenzen
Emotionale und soziale Kompetenzen sind grundlegende Voraussetzungen für ein gelingendes Miteinander.
Wir unterstützen die Kinder dabei,
- eigene Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken,
- Bedürfnisse zu kommunizieren,
- Konflikte altersgerecht zu lösen,
- Empathie und Rücksichtnahme zu entwickeln,
- Freundschaften aufzubauen und Gemeinschaft zu erleben.
Gefühle werden im Alltag sprachlich begleitet, ernst genommen und gemeinsam reflektiert. Durch Lieder, Bilderbücher, Rollenspiele und Alltagssituationen lernen die Kinder, ihre Emotionen einzuordnen und angemessen damit umzugehen.
Wir stärken die Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit und fördern eine positive Fehlerkultur, in der Lernen als individueller Entwicklungsprozess verstanden wird.
4.7.3 Sprachliche und kommunikative Bildung
Sprache ist der Schlüssel zur Welt und Grundlage für Teilhabe, Beziehung und Bildung.
Wir begleiten die sprachliche Entwicklung der Kinder alltagsintegriert und orientieren uns an ihren individuellen Entwicklungsständen. Sprache wird durch Gespräche, Bilderbücher, Reime, Fingerspiele, Musik und gemeinsame Aktivitäten spielerisch gefördert. Mehrsprachigkeit betrachten wir als wertvolle Ressource und Bestandteil kultureller Vielfalt.
Unsere pädagogischen Fachkräfte achten auf eine sprachförderliche Umgebung und leben eine wertschätzende Kommunikationskultur vor.
4.7.4 Körperbezogene Kompetenzen und Gesundheit
Kinder lernen mit allen Sinnen und durch Bewegung. Deshalb schaffen wir vielfältige Möglichkeiten zum Entdecken, Ausprobieren und aktiven Lernen. Bewegung, Ernährung, Ruhe und Pflege sind zentrale Bestandteile unseres pädagogischen Alltags. Unsere Räume und Materialien sind entwicklungsangemessen gestaltet und fördern selbstständiges Handeln.
Gesunde Ernährung ist uns besonders wichtig. Die Kinder erleben Mahlzeiten als gemeinschaftliche und entspannte Situationen. Dabei fördern wir Selbstständigkeit, Genuss und ein positives Körperbewusstsein.
Ebenso achten wir auf ausreichende Ruhe- und Entspannungsphasen sowie auf eine achtsame Pflege, die als Beziehungssituation verstanden wird.
4.7.5 Kognitive Kompetenzen und Lernen
Kinder erschließen sich ihre Umwelt aktiv und neugierig. Lernen geschieht vor allem durch eigenes Handeln, Experimentieren und Spielen. Wir fördern die kognitive Entwicklung durch vielfältige Sinnes- und Materialerfahrungen, naturwissenschaftliche Beobachtungen sowie anregende Lernumgebungen. Die Kinder erhalten Raum zum Forschen, Entdecken und kreativen Problemlösen. Dabei begleiten wir Lernprozesse sprachlich und unterstützen die Kinder darin, Zusammenhänge zu erkennen und eigene Lösungswege zu entwickeln.
4.7.6 Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts
Ein positives Selbstbild stärkt Kinder in ihrer Persönlichkeit und unterstützt ihre psychische Widerstandsfähigkeit. Wir begegnen jedem Kind mit Wertschätzung, Anerkennung und Respekt. Durch positive Beziehungserfahrungen entwickeln die Kinder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Die Kinder erleben sich als kompetent und wirksam, indem sie Entscheidungen treffen, Aufgaben bewältigen und eigene Ideen einbringen können. Fehler betrachten wir als wichtigen Bestandteil von Lernprozessen.
4.7.7 Partizipation und Beschwerdemanagement
Kinder haben das Recht, ihre Meinung zu äußern und ihren Alltag mitzugestalten.
Partizipation ist ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit und wird im Alltag altersgerecht umgesetzt. Die Kinder werden bei Entscheidungen beteiligt und erleben, dass ihre Wünsche, Ideen und Gefühle ernst genommen werden.
Beschwerden verstehen wir als Ausdruck von Bedürfnissen und als Chance zur Weiterentwicklung. Auch nonverbale Signale der Kinder werden aufmerksam wahrgenommen und pädagogisch begleitet. Durch Beteiligung erfahren Kinder Selbstwirksamkeit, Demokratie und soziale Verantwortung.
4.8 Geburtstage
Der Geburtstag eines Kindes wird in der Gruppe altersgerecht und individuell gefeiert. Das Geburtstagskind steht an diesem Tag im Mittelpunkt und erlebt besondere Aufmerksamkeit innerhalb der Gemeinschaft.
4.9 Feste und gemeinsame Aktivitäten
Im Jahresverlauf gestalten wir verschiedene Feste und Traditionen gemeinsam mit den Kindern. Dazu gehören beispielsweise:
- St. Martin
- Nikolaus
- Advent und Weihnachten
- Fasching
- Ostern
- Sommerfest
Die Feste vermitteln Gemeinschaft, Geborgenheit und kulturelle Traditionen und werden altersgerecht gestaltet.
4.10 Übergang in den Kindergarten
Der Übergang vom Krippenkind zum Kindergartenkind wird von uns bewusst begleitet und gestaltet. Durch gegenseitige Besuche, gemeinsame Aktivitäten und einen engen Austausch mit den Eltern ermöglichen wir den Kindern einen sicheren und positiven Wechsel in den nächsten Bildungsabschnitt.
4.11 Offene Arbeit und Kleingruppen
Die Kinder gehören einer festen Bezugsgruppe an und erleben dort Sicherheit und Orientierung.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Pädagogik ist die Arbeit in Kleingruppen. Je nach Angebot arbeiten drei bis sechs Kinder gemeinsam an einem Thema oder einer Aktivität. Durch die Kleingruppenarbeit können wir gezielt auf die individuellen Interessen, Fähigkeiten und Entwicklungsstände der Kinder eingehen. Die Kinder erleben intensive Lernmomente, erhalten mehr Raum zur Beteiligung und können soziale Erfahrungen in einem geschützten Rahmen sammeln. Die Kleingruppenarbeit findet in altersheterogenen sowie altershomogenen Gruppen statt.
Kleingruppenangebote fördern insbesondere:
- Sprachentwicklung und Kommunikation,
- Konzentration und Ausdauer,
- soziale Kompetenzen,
- Selbstständigkeit und Partizipation,
- kreative und motorische Fähigkeiten.
Die Inhalte orientieren sich an den aktuellen Bedürfnissen und Themen der Kinder.
4.12 Situationsorientierter Ansatz (Krenz, 1984)
Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich am situationsorientierten Ansatz. Ausgangspunkt sind die aktuellen Interessen, Bedürfnisse und Lebenssituationen der Kinder. Die Kinder lernen ganzheitlich durch alltägliche Erfahrungen, eigenes Handeln und soziale Interaktionen. Themen der Kinder werden aufgegriffen und in den pädagogischen Alltag integriert. Ziel ist es, die Selbst-, Sozial- und Sachkompetenzen der Kinder zu stärken sowie individuelle Entwicklungsprozesse achtsam zu begleiten. Dabei verstehen wir Kinder als aktive Mitgestalter ihrer Bildungsprozesse.
4.13 Geschlechtersensible Pädagogik
Wir begleiten Kinder in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung unabhängig von Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Zuschreibungen. Jedes Kind soll die Möglichkeit erhalten, seine Interessen, Fähigkeiten und Stärken frei zu entfalten. Dabei achten wir auf eine geschlechtersensible und diskriminierungsfreie Pädagogik. Kinder erleben bei uns Offenheit, Vielfalt und Wertschätzung. Materialien, Angebote und Spielsituationen werden so gestaltet, dass sie allen Kindern unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder individuellen Voraussetzungen gleichermaßen zugänglich sind. Wir verstehen Diversität als Bereicherung und unterstützen Kinder darin, sich selbstbewusst und authentisch zu entwickeln.
4.14 Interkulturelle Pädagogik und Vielfalt
Unsere Einrichtung ist ein Ort der Begegnung und des gemeinsamen Lernens. Kinder und Familien unterschiedlicher kultureller, sprachlicher und religiöser Hintergründe sind bei uns willkommen.
Interkulturelle Bildung bedeutet für uns:
- Offenheit gegenüber Vielfalt,
- gegenseitigen Respekt,
- wertschätzende Kommunikation,
- Vorurteilsbewusstsein und Toleranz.
Die Kinder lernen unterschiedliche Lebensweisen, Traditionen und Sprachen kennen und erleben Vielfalt als selbstverständlichen Bestandteil des Zusammenlebens. Mehrsprachigkeit betrachten wir als wertvolle Ressource. Durch Bücher, Lieder, Projekte, Gespräche und Feste greifen wir kulturelle Vielfalt im Alltag auf und fördern interkulturelle Kompetenzen.
4.15 Inklusion und individuelle Förderung
In unserer Einrichtung sind alle Kinder willkommen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen, Fähigkeiten oder Förderbedarfen. Wir verstehen Inklusion als selbstverständlichen Bestandteil unseres pädagogischen Handelns. Jedes Kind wird in seiner Persönlichkeit angenommen, wertgeschätzt und individuell begleitet. Kinder mit erhöhtem Förderbedarf können im Rahmen unserer Möglichkeiten gemeinsam mit anderen Kindern betreut werden. Dabei arbeiten wir bei Bedarf mit Fachdiensten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie weiteren Kooperationspartnern zusammen. Unser Ziel ist es, allen Kindern Teilhabe, Chancengleichheit und eine positive Entwicklung zu ermöglichen.
4.16 Rituale im Krippenalltag
Rituale geben Kindern Sicherheit, Orientierung und emotionale Stabilität. Wiederkehrende Abläufe helfen insbesondere jungen Kindern, den Alltag vorhersehbar zu erleben und Vertrauen aufzubauen. Rituale unterstützen die Kinder dabei,
- Beziehungen zu gestalten,
- Übergänge zu bewältigen,
- Selbstständigkeit zu entwickeln,
- Gemeinschaft zu erleben.
Zu unseren festen Ritualen gehören unter anderem:
- die persönliche Begrüßung am Morgen,
- Morgen- und Mittagskreise,
- gemeinsame Lieder und Fingerspiele,
- Aufräumrituale,
- Essensrituale,
- Ruhe- und Schlafrituale,
- Geburtstagsfeiern und jahreszeitliche Feste
Auch familiäre Rituale sind für Kinder von großer Bedeutung. Deshalb ist uns eine enge Zusammenarbeit mit den Familien wichtig, um den Kindern Kontinuität und Sicherheit zwischen Familie und Einrichtung zu ermöglichen.
4.17 Schlafenszeit
Ruhe und Schlaf sind wichtige Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung und das emotionale Wohlbefinden der Kinder. Während der Mittagsruhe von 12:15 bis 13:45 Uhr erhalten die Kinder die Möglichkeit, Erlebtes zu verarbeiten, neue Kraft zu schöpfen und sich zu entspannen. Die Schlafumgebung wird ruhig und gemütlich gestaltet. Jedes Kind hat einen festen Schlafplatz. Persönliche Übergangsobjekte wie Kuscheltiere oder Tücher geben den Kindern zusätzliche Sicherheit und Geborgenheit. Die pädagogischen Fachkräfte begleiten die Kinder feinfühlig beim Einschlafen und achten auf die individuellen Schlafbedürfnisse jedes Kindes.
4.18 Sauberkeitsentwicklung
Die Sauberkeitsentwicklung eines Kindes vollzieht sich nicht nach einem festen Plan, sondern reift in Stufen und variiert von Kind zu Kind. Etwa mit einem Jahr nehmen die Kinder ihren Ausscheidungsvorgang bei sich und anderen Kindern bewusst wahr. Ausscheidungsobjekte werden zu einem faszinierenden Studienobjekt. Etwa mit zwei Jahren beobachten sich die Kinder gegenseitig, wie sie sich im Waschraum beim Toilettengang verhalten. Dem Beobachten folgt das Imitieren. Die Aufgabe des Fachpersonals besteht in der Unterstützung und Motivation unserer Krippenkinder in der Sauberkeitsentwicklung.
Wir begleiten die Kinder achtsam, wertschätzend und ohne Druck auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit. Dabei orientieren wir uns an den Signalen und Bedürfnissen des Kindes.
Pflegesituationen verstehen wir als wichtige Beziehungssituationen. Wickeln, Toilettengänge und Körperpflege werden individuell begleitet und sprachlich unterstützt.
Die Kinder werden ermutigt,
- eigene Körperwahrnehmung zu entwickeln,
- Bedürfnisse mitzuteilen,
- Selbstständigkeit im Alltag zu erwerben.
Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist dabei besonders wichtig. Gemeinsam begleiten wir den individuellen Entwicklungsprozess des Kindes.
In unserem Krippenbereich nimmt die Sauberkeitsentwicklung einen hohen Stellenwert ein und ist ein wichtiger Bestandteil des Tagesablaufs. Darunter verstehen wir nicht nur das Wickeln und die Hinführung zum selbständigen Benutzen der Toilette, sondern auch das Händewaschen vor dem Essen und nach dem Gang zur Toilette.
5.1 Unser Leitbild, Ziele und Schwerpunkte
5.1.1 Unsere pädagogische Arbeitsweise
Wir arbeiten nach den Vorgaben des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) und der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (AVBayKiBiG), mit dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BayBEP) und an einem ganzheitlichen Bildungsverständnis.
Im Mittelpunkt steht das Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten.
Wir fördern insbesondere:
- personale Kompetenzen,
- soziale und emotionale Kompetenzen,
- sprachliche Bildung,
- motorische Entwicklung,
- Resilienz und Selbstwirksamkeit,
- kreatives und forschendes Lernen,
- demokratisches Handeln und Partizipation.
Kinder lernen bei uns durch aktives Tun, Spiel, Beziehungen und Alltagserfahrungen.
Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Kind und pädagogischer Fachkraft bildet dabei die Grundlage für erfolgreiches Lernen und eine positive Entwicklung. Wir verstehen uns als Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter, welche die Kinder achtsam unterstützen, stärken und in ihrer individuellen Entwicklung fördern.
5.2 Tagesablauf im Kindergarten
Ein strukturierter und gleichzeitig flexibler Tagesablauf gibt den Kindern Orientierung und Sicherheit. Wiederkehrende Abläufe, Rituale sowie ausreichend Zeit für Spiel, Bewegung und individuelle Bildungsprozesse prägen unseren Kindergartenalltag.
Beispielhafter Tagesablauf – Kindergarten
| Uhrzeit | Aktivität |
|---|---|
| 07:30 Uhr | Öffnung der Kindergartengruppen |
| 07:30 – 08:30 Uhr | Bringzeit (Eingangstüre offen, danach geschlossen) |
| 07:30 – 12:00 Uhr | Ankunft und Freispiel / Gleitendes Frühstück bis 10:00 Uhr (die Kinder entscheiden selbst, wann sie essen wollen) / vielfältige pädagogische Angebote / Projekte (Mittagskreis, Musizieren, Experimente, Vorschule, Basteln, Ausflüge, Aufenthalt im Garten usw.) |
| 08:30 – 09:00 Uhr | Morgenkreis |
| 12:00 – 12:30 Uhr | Gemeinsames Mittagessen |
| 12:30 – 12:45 Uhr | Abholzeit (Türe geschlossen, bitte klingeln) |
| 12:30 – 13:45 Uhr | Mittagsschlaf für die Krippenkinder / Ruhepause für die Kindergartenkinder (Bilderbuchbetrachtung, Hörspiel, ruhige Spiele) |
| 12:00 – 14:00 Uhr | Mittagsschlaf und Ruhephase |
| 14:00 – 14:15 Uhr | Aufstehen, Pflege und Anziehen |
| 14:15 – 14:30 Uhr | Zweite Abholzeit |
| 14:30 Uhr | Gemeinsame Brotzeit |
| 14:50 – 15:30 Uhr | Freispiel im Gruppenraum oder Garten |
| bis 15:30 Uhr | gleitende Abholzeit (freitags bis 15:00 Uhr) |
Die Kinder erleben im Tagesablauf eine ausgewogene Balance zwischen Freispiel, gemeinschaftlichen Aktivitäten, Bewegung, Ruhe und individuellen Lernprozessen.
5.3 Kennenlernphase / Eingewöhnungsphase
Um Familien die Möglichkeit zu geben, unsere Kindertageseinrichtung kennenzulernen, bieten wir – je nach organisatorischen Möglichkeiten – regelmäßig Schnuppernachmittage, Tage der offenen Tür, Informationsabende sowie individuelle Aufnahmegespräche an.
Zu Beginn der Eingewöhnung erhalten die Eltern einen Fragebogen, in dem wichtige Informationen über das Kind festgehalten werden, beispielsweise:
- Gewohnheiten
- Interessen
- Trostmöglichkeiten
- bisherige Betreuungserfahrungen
Diese Informationen unterstützen uns dabei, individuell auf das Kind einzugehen und eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.
Ein gelungener Start für den Besuch der Kindertageseinrichtung ist die Grundlage für das Wohlbefinden und die weitere Entwicklung des Kindes. Deshalb gestalten wir die Eingewöhnung behutsam, individuell und in enger Zusammenarbeit mit den Eltern. Wir bitten die Eltern, sich während dieser sensiblen Phase ausreichend Zeit zu nehmen und ihr Kind aktiv zu begleiten. Die zeitweise Anwesenheit einer vertrauten Bezugsperson gibt dem Kind Sicherheit und erleichtert den Übergang in den neuen Alltag. Die Ablösung erfolgt individuell und in enger Absprache mit den pädagogischen Mitarbeitenden. Bereits eingewöhnte Kinder übernehmen bei uns eine „Patenschaft“ für neue Kinder. Sie begleiten die Neuankömmlinge im Alltag, helfen beispielsweise beim Anziehen, erklären Regeln und Spiele oder begleiten sie zur Brotzeit. Dadurch entstehen früh soziale Kontakte und ein Gefühl von Zugehörigkeit.
Während der Eingewöhnungszeit dokumentiert die zuständige Bezugsperson ihre Beobachtungen und steht im regelmäßigen Austausch mit den Eltern. Die Eingewöhnungsphase wird in einem abschließenden Gespräch gemeinsam reflektiert.
5.4 Ausflüge
Auf das Jahr verteilt unternehmen wir mit den Kindern abwechslungsreiche Ausflüge. Dies ermöglicht den Kindern, neue Erfahrungen zu sammeln und gemeinsame Erlebnisse außerhalb des Kindergartenalltags zu erleben.
5.5 Projektarbeit
Mehrmals im Jahr arbeiten wir in gruppeninternen oder gruppenübergreifenden Projekten zu unterschiedlichen Themenbereichen. Projektarbeit ermöglicht den Kindern ein ganzheitliches Lernen und bietet Raum für selbstständiges Entdecken, gemeinsames Forschen und kreatives Arbeiten.
Ziele unserer Projektarbeit sind unter anderem:
- Themen mit allen Sinnen erleben
- Zusammenhänge erkennen und verstehen
- andere Kinder und pädagogische Fachkräfte kennenlernen
- neue Gruppenkonstellationen erleben
- unterschiedliche Räume und Materialien entdecken
- altersgerechte Bildungsangebote wahrnehmen
5.6 Altersgemischte Gruppen
In unserer Einrichtung arbeiten wir in altersgemischten Gruppen. Kinder im Alter von eineinhalb bis sechs Jahren gestalten gemeinsam ihren Alltag, lernen voneinander und entwickeln soziale Kompetenzen. Die Gruppen setzen sich aus Kindergartenkindern und wenigen Krippenkindern zusammen. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, ist die Gruppengröße auf 18 Kinder reduziert.
Das Zusammenleben verschiedener Altersstufen schafft vielfältige Lernmöglichkeiten:
- jüngere Kinder orientieren sich an älteren Kindern
- ältere Kinder übernehmen Verantwortung und stärken ihre sozialen Kompetenzen
- langfristige Beziehungen zwischen Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften entstehen
- Übergänge, beispielsweise von der Krippe in den Kindergarten, werden erleichtert
Kinder erleben Gemeinschaft, Rücksichtnahme und gegenseitige Unterstützung als selbstverständlichen Bestandteil des Alltags. Unser Ziel ist ein wertschätzendes und entwicklungsförderndes Miteinander für alle Altersgruppen.
5.7 Wochenrückblick, Rahmenplan
Der Wochenrückblick informiert die Eltern über Aktivitäten und Ereignisse des Gruppenalltags und ist vor jedem Gruppenraum einsehbar. Bei längerfristigen Themen erstellen die Gruppenteams einen pädagogischen Rahmenplan. Die Inhalte orientieren sich an den Interessen, Bedürfnissen und Entwicklungsständen der Kinder und werden situationsorientiert gestaltet.
Unsere Bildungs- und Erziehungsarbeit umfasst insbesondere folgende Bereiche:
- Werteorientierung Die Kinder erleben Wertschätzung, Gemeinschaft und kulturelle Traditionen. Wie z. B. St. Martin, Nikolaus und Weihnachten werden gemeinsam gestaltet.
- Sprache und Literacy Die Sprache fördern wir kontinuierlich im Alltag, gezielt durch Lieder, Geschichten, Reime, Gesprächskreise, Rollenspiele, Bilderbücher und Sprachspiele.
- Mathematik Mathematische Bildung findet alltagsintegriert statt, beispielsweise durch Zählen, Sortieren, Vergleichen, Messen, Schätzen oder erste Erfahrungen mit Mengen und Formen.
- Medienbildung Kinder sammeln erste Erfahrungen mit Medien und lernen einen bewussten Umgang mit Informations- und Kommunikationsmitteln.
- Kreativität und bildnerisches Gestalten Die Kinder experimentieren mit unterschiedlichen Materialien, Werkzeugen und Techniken und entwickeln ihre kreative Ausdrucksfähigkeit.
- Musik Musik begleitet unseren Alltag beim Singen, Rhythmik, Tanz, Instrumente und Klanggeschichten.
- Bewegung und Sport Vielfältige Bewegungsangebote fördern die Motorik, Körperwahrnehmung und Freude an Bewegung – sowohl in der Turnhalle als auch im Garten oder in der Natur.
- Naturwissenschaften und Technik Die Kinder entdecken Naturphänomene, experimentieren und sammeln erste Erfahrungen mit technischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhängen.
- Umweltbildung Ein achtsamer Umgang mit Natur und Ressourcen ist uns wichtig. Die Kinder lernen ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und Verantwortung zu übernehmen.
- Kunst und Kultur Kulturelle Erfahrungen, Rollenspiele, kreative Gestaltung und das Kennenlernen verschiedener Ausdrucksformen sind Bestandteil unseres Alltags.
- Gesundheit Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung sowie die Förderung emotionaler Gesundheit und sozialer Kompetenzen gehören zu unserem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis.
5.8 Geburtstage
Der Geburtstag eines Kindes ist ein besonderer Höhepunkt im Kindergartenjahr. Die Gestaltung erfolgt individuell innerhalb der jeweiligen Gruppe.
Die entsprechenden Informationen diesbezüglich hängen für alle Eltern einsehbar an der Gruppenpinnwand.
5.9 Feste und Aktivitäten
Während des Kindergartenjahres feiern wir verschiedene Feste, die dem Jahr einzelne Höhepunkte verleihen, beispielsweise:
- St. Martin
- Nikolaus
- Advent und Weihnachten
- Fasching
- Ostern
Diese Veranstaltungen fördern das Gemeinschaftsgefühl zwischen Kindern, Eltern und pädagogischem Team. Die Teilnahme an den Aufführungen ist für die Kinder freiwillig.
Während Veranstaltungen mit Anwesenheit der Eltern liegt die Aufsichtspflicht bei den Erziehungsberechtigten.
5.10 Vorschulerziehung
Unsere Vorschulerziehung begleitet die Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung gezielt auf ihrem Weg in die Schule.
Im Mittelpunkt stehen:
- Selbstständigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
- Konzentrationsfähigkeit
- soziale Kompetenzen
- Konflikt- und Kooperationsfähigkeit
- kognitive Fähigkeiten
- motorische Fähigkeiten
Zu den unterschiedlichen Bildungsbereichen erstellen die pädagogischen Fachkräfte anhand des Bayrischen Erziehungs- und Bildungsplans einen individuellen Fahrplan, in dem die entwicklungsentsprechende Jahresplanung erarbeitet wird. Zur Gestaltung eines gelungenen Übergangs arbeiten wir eng mit den Grundschulen zusammen. Dazu gehören unter anderem Besuche, Schnuppertage und gemeinsame Informationsveranstaltungen für Eltern.
5.11 Offene Arbeit und Kleingruppen
Jedes Kind gehört einer festen Stammgruppe an, in der es Sicherheit, Orientierung und Zugehörigkeit erlebt.
Gleichzeitig arbeiten wir teiloffen: Während der Freispielzeit können die Kinder – entsprechend ihrer Selbstständigkeit – Spielbereiche, Aktivitäten und Spielpartner im gesamten Haus wählen. Durch Kleingruppenangebote und Projektarbeit kann gezielt auf Interessen, Bedürfnisse und Entwicklungsstände der Kinder eingegangen werden.
5.12 Sprachförderung
Zur Beobachtung und Dokumentation der sprachlichen Entwicklung nutzen wir die in Bayern vorgeschriebenen Beobachtungsverfahren SELDAK und SISMIK. Diese dienen der Erfassung des individuellen Sprachstandes und helfen dabei, möglichen Förderbedarf frühzeitig zu erkennen.
Kinder mit zusätzlichem Unterstützungsbedarf in der deutschen Sprache können am Vorkurs Deutsch 240 teilnehmen. Dieser wird in Kooperation mit der zuständigen Grundschule durchgeführt und umfasst insgesamt 240 Förderstunden. Davon werden 120 Stunden durch die Kindertageseinrichtung und 120 Stunden durch die Grundschule angeboten. Ziel ist es, die sprachlichen Kompetenzen der Kinder zu stärken und ihnen einen erfolgreichen Übergang in die Schule zu ermöglichen.
Die pädagogische Arbeit in unserer Einrichtung lebt von Offenheit, Professionalität, Kreativität und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit im Team. Unser Ziel ist es, Kindern eine wertschätzende und entwicklungsfördernde Umgebung zu bieten. Dafür benötigen wir engagierte Mitarbeitende, die verantwortungsvoll handeln, neue Ideen einbringen und sich fachlich kontinuierlich weiterentwickeln. Gegenüber Kindern, Eltern, dem Träger und Kooperationspartnern verstehen wir uns als zuverlässige, kompetente und wertschätzende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Regelmäßige Teamsitzungen dienen dem fachlichen Austausch, der Reflexion unserer pädagogischen Arbeit sowie der gemeinsamen Planung von Projekten, Festen und organisatorischen Abläufen.
Kleingruppenteam:
Unsere Kleingruppenteams treffen sich regelmäßig, um den pädagogischen Alltag gemeinsam zu organisieren und aktuelle Themen zu besprechen. Zusätzlich finden wöchentliche Besprechungen zwischen Leitung und Gruppenleitungen sowie ein regelmäßiger Austausch der Gruppenleitungen und dem gesamten Team untereinander statt.
6.1 Fort- und Weiterbildungen
Die kontinuierliche fachliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden ist ein wichtiger Bestandteil unserer Qualitätsarbeit. Das pädagogische Personal nimmt regelmäßig an individuellen Fort- und Weiterbildungen teil. Neue Impulse und Erkenntnisse werden anschließend im Team reflektiert und – wenn passend – in die pädagogische Arbeit integriert.
Darüber hinaus gehören zu unserer Qualitätsentwicklung:
- interne und externe Fortbildungen
- Fallbesprechungen
- Austausch mit anderen Einrichtungen
- Teilnahme an Arbeitskreisen
- Mitarbeitergespräche
- Konzeptionstage
- Erste-Hilfe-Kurse am Kind
Ein besonderer Schwerpunkt liegt jährlich auf einer gemeinsamen Fortbildung zum Thema Kindeswohl.
6.2 Praktikantinnen und Praktikanten
Die Begleitung und Ausbildung von Praktikantinnen und Praktikanten verstehen wir als wichtigen Bestandteil unserer pädagogischen Verantwortung. Wir bieten Ausbildungsplätze für pädagogische Berufe sowie Praktikumsstellen im hauswirtschaftlichen Bereich an und ermöglichen praxisnahe Einblicke in den Arbeitsalltag unserer Einrichtung.
Wir verstehen Eltern als wichtigste Bezugspersonen ihrer Kinder und als zentrale Partner in unserer pädagogischen Arbeit. Durch eine vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit schaffen wir gemeinsam die bestmöglichen Entwicklungs- und Bildungsbedingungen für jedes Kind. Die Anforderungen an Familien sind heute vielfältig. Kinder benötigen Zeit, Aufmerksamkeit, Orientierung und individuelle Begleitung. Mit unserem umfassenden Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot ergänzen wir die familiäre Erziehung und unterstützen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine offene, ehrliche und partnerschaftliche Kommunikation zwischen Elternhaus und Einrichtung bildet die Grundlage unserer Zusammenarbeit. Bildung und Erziehung verstehen wir als gemeinsame Aufgabe aller Erwachsenen, die das Kind auf seinem Entwicklungsweg begleiten. Dabei steht stets das Wohl des Kindes im Mittelpunkt. Der regelmäßige Austausch über Entwicklung, Interessen, Bedürfnisse und Lebensumfeld des Kindes ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Sowohl geplante Angebote wie Entwicklungsgespräche und Elternabende als auch spontane Gespräche im Alltag tragen zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit bei.
7.1 Tür- und Angelgespräche
Tür- und Angelgespräche ermöglichen einen kontinuierlichen Austausch zwischen Eltern und pädagogischem Personal. Während der Bring- und Abholzeiten werden wichtige Informationen über das Kind ausgetauscht, beispielsweise:
- aktuelle Befindlichkeiten
- besondere Erlebnisse
- Veränderungen im Tagesablauf
- Abholregelungen oder organisatorische Hinweise
Dieser regelmäßige Informationsaustausch hilft uns, individuell auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen und unsere pädagogische Arbeit darauf abzustimmen.
7.2 Eltern- und Entwicklungsgespräche / Beobachtungsverfahren
Mindestens einmal jährlich findet ein ausführliches Entwicklungsgespräch mit den Eltern statt. Darüber hinaus können jederzeit individuelle Gesprächstermine vereinbart werden.
Das erste Elterngespräch nach der Aufnahme des Kindes dient der Reflexion der Eingewöhnungszeit. Gemeinsam besprechen wir die bisherigen Erfahrungen des Kindes in unserer Einrichtung und tauschen uns über dessen Ankommen und Wohlbefinden aus.
Im weiteren Verlauf stehen die Entwicklung, Interessen, Stärken und aktuellen Lernschritte des Kindes im Mittelpunkt der Gespräche. Ebenso thematisieren wir die soziale Integration in die Gruppe sowie individuelle Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten. Auch beim Übergang in die Schule oder beim Verlassen der Einrichtung bieten wir abschließende Entwicklungs- und Übergangsgespräche an.
Grundlage unserer Entwicklungsgespräche sind die regelmäßigen Beobachtungen und Dokumentationen der pädagogischen Fachkräfte. Wir arbeiten nach den vorgegebenen Beobachtungsverfahren Sismik, Seldak und Perik. Für Kinder unter drei Jahren nutzen wir zusätzlich das Beobachtungsverfahren Kuno Bellers Entwicklungstabelle. Für jedes Kind wird mindestens einmal jährlich ein entsprechender Beobachtungsbogen erstellt und ausgewertet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern sowie für die individuelle Begleitung und Förderung des Kindes.
7.3 Informationsmöglichkeiten
Um Eltern umfassend über unsere pädagogische Arbeit und aktuelle Themen zu informieren, stehen verschiedene Informationswege zur Verfügung:
- Unsere Konzeptionen liegen im Eingangsbereich zur Einsicht aus.
- Informationen und organisatorische Hinweise erhalten Eltern über Aushänge, E-Mails und Elternbriefe.
- Über unsere digitale „Elternpost“ informieren wir regelmäßig über Termine, Veranstaltungen, Umfragen und wichtige Mitteilungen.
- Eltern haben die Möglichkeit, nach Absprache einen Vormittag in der Gruppe ihres Kindes zu hospitieren und den Alltag mitzuerleben.
- Elternabende bieten Raum für Austausch, Information und pädagogische Themen. Diese finden beispielsweise als Gruppenelternabende, Gesamtelternabende oder Themenabende mit externen Referentinnen und Referenten statt.
Eine regelmäßige Kenntnisnahme der Informationen unterstützt einen gelingenden Austausch zwischen Elternhaus und Einrichtung.
7.4 Elternbeirat
Gemäß Art. 14 des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) wird in jeder Kindertageseinrichtung ein Elternbeirat eingerichtet. Zu Beginn jedes Betreuungsjahres wählen die Eltern Vertreterinnen und Vertreter aus allen Gruppen. Der Elternbeirat unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Eltern, pädagogischem Personal, Träger und Schulen. Er wirkt beratend bei wichtigen Entscheidungen mit und stellt eine wichtige Verbindung zwischen Elternschaft und Einrichtung dar. Anregungen, Wünsche und Ideen können jederzeit an den Elternbeirat herangetragen werden.
8.1 Beschwerdemanagement
Eine offene und wertschätzende Feedbackkultur ist uns wichtig. Eltern haben jederzeit die Möglichkeit, Anliegen, Wünsche, Anregungen oder Beschwerden im persönlichen Gespräch mit den pädagogischen Fachkräften oder der Einrichtungsleitung vorzubringen.
Darüber hinaus findet einmal jährlich eine anonyme Elternbefragung statt. Diese bietet den Eltern die Möglichkeit, Rückmeldungen zur pädagogischen Arbeit, zur Zusammenarbeit sowie zur Organisation der Einrichtung zu geben. Die Ergebnisse werden ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung unserer Arbeit ein.
Zusätzlich steht im Eingangsbereich ein Briefkasten des Elternbeirats zur Verfügung. Hier können Eltern anonym positives Feedback, Wünsche, Anregungen oder Beschwerden einwerfen. Der Elternbeirat fungiert dabei als weiteres Bindeglied zwischen Elternschaft und Einrichtung und unterstützt einen konstruktiven Austausch.
Bei Beschwerden, die sich nicht mit uns allein klären lassen, wenden Sie sich bitte an die Trägervertreterinnen Frau Gegner und Frau Werner im Rathaus der Gemeinde Gröbenzell, 08142 – 505251 oder 08142 – 505239.
8.2 Beobachtung und Dokumentation
Die Beobachtung und Dokumentation von Bildungs- und Entwicklungsprozessen bilden eine wichtige Grundlage unserer pädagogischen Arbeit.
Für Krippenkinder nutzen wir unter anderem die Entwicklungstabelle nach Kuno Beller. Diese unterstützt uns dabei, Entwicklungsverläufe in verschiedenen Bereichen systematisch wahrzunehmen und im Entwicklungsgespräch mit den Eltern zu reflektieren. Zusätzlich dokumentieren wir unseren pädagogischen Alltag in Form von Tagesberichten sowie individuellen Erinnerungsmappen bzw. Portfolios. Darin werden besondere Erlebnisse, kreative Arbeiten, Projekte und Entwicklungsprozesse festgehalten.
Bei Kindergartenkindern arbeiten wir mit Beobachtungsverfahren:
- Seldak
- Sismik
- Perik
Die Beobachtungen dienen dazu, die individuellen Stärken, Interessen und Entwicklungsschritte der Kinder wahrzunehmen und gezielt zu fördern. Die Ergebnisse werden regelmäßig mit den Eltern besprochen und gemeinsam reflektiert (siehe 7.2 Eltern- und Entwicklungsgespräche / Beobachtungsverfahren).
8.3 Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung
Öffentlichkeitsarbeit trägt wesentlich zur Transparenz unserer pädagogischen Arbeit bei. Informationen über unsere Einrichtung vermitteln wir unter anderem durch:
- unsere pädagogische Konzeption
- Informationsveranstaltungen
- digitale Information über die Gemeinde
Veranstaltungen und Projekte dokumentieren wir für interne Zwecke sowie zur Information der Familien. Eine enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Institutionen und Fachstellen ist für uns ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Ziel ist es, Kinder und Familien bestmöglich zu begleiten und zu unterstützen.
Wir kooperieren unter anderem mit:
- ortsansässigen Kindertageseinrichtungen und Schulen
- dem Jugendamt
- dem Gesundheitsamt
- der Kinderhilfe Fürstenfeldbruck
- Frühförderstellen
- sonderpädagogischen Diensten
- integrativen Einrichtungen
- therapeutischen Fachstellen
- Ärztinnen und Ärzten
- dem Familienstützpunkt
- weiteren Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen
Mit schriftlichem Einverständnis der Eltern tauschen wir uns bei Bedarf mit Fachkräften aus, um Kinder bestmöglich begleiten und fördern zu können. Falls notwendig, finden Beobachtungen durch externe Fachkräfte statt. Anschließend werden gemeinsam mit Eltern, pädagogischem Personal und den jeweiligen Fachstellen weitere Schritte besprochen und geplant. Wir unterstützen Familien bei Bedarf auch bei der Kontaktaufnahme zu entsprechenden Einrichtungen oder beim Ausfüllen notwendiger Unterlagen.
Unsere pädagogische Konzeption wird durch ein umfassendes Kinderschutzkonzept ergänzt. Beide Konzepte stehen in engem Zusammenhang und bilden gemeinsam die Grundlage für einen achtsamen, respektvollen und sicheren Umgang mit Kindern.
Mit unserer pädagogischen Arbeit möchten wir Kindern einen Ort bieten, an dem sie sich sicher, angenommen und wertgeschätzt fühlen. Im Rahmen unserer personellen, räumlichen und organisatorischen Möglichkeiten setzen wir uns täglich dafür ein, die uns anvertrauten Kinder bestmöglich in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu fördern. Unsere Krippen- und Kindergartenbereiche greifen dabei ineinander und bilden ein gemeinsames pädagogisches Verständnis.
Unsere Konzeption verstehen wir dabei nicht als abgeschlossenes Werk, sondern als lebendiges Dokument, das sich stetig weiterentwickelt und an neue Bedürfnisse und Erkenntnisse angepasst wird.
Bei Fragen oder Anliegen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zum persönlichen Austausch zur Verfügung.
Wir wünschen allen Kindern, Familien und Mitarbeitenden eine schöne, bereichernde und vertrauensvolle Zeit in unserer Einrichtung.