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Altbürgermeister József Kezslérj unserer ungarischen Partnerstadt Pilisvörösvar verstorben

Mit tiefer Betroffenheit müssen wir in Gröbenzell vom Tod des Altbürgermeisters József Kezslérj Kenntnis nehmen. Mit 84 Jahren ist er nach langer Krankheit von uns gegangen. József Kezslérj war vor mehr als 25 Jahren der ungarische Gründervater der Partnerschaft zwischen Pilisvörösvar und Gröbenzell. Er hat zusammen mit unserem Altbürgermeister Dr. Bernd Rieder die Urkunde zur Städtepartnerschaft unterzeichnet. József Kezslérj wurde bereits 1982 zum Ratsvorsitzenden in Pilisvörösvar gewählt und hatte dieses Amt bis zum Systemwechsel in Ungarn 1990 inne. Danach wirkte er als Zweitbürgermeister politisch für seine Kommune weiter.

 

Bürgermeister Martin Schäfer hat in einem Kondolenzschreiben an die Familie des Verstorbenen wie auch an die Partnerstadt Pilisvörösvar die aufrichtige Anteilnahme Gröbenzells übermittelt und zugleich erklärt, dass Gröbenzell ihm immer ein ehrendes Gedenken für seinen Beitrag zur Gründung und Pflege unserer Partnerschaft bewahren wird.

 

Eine gelebte Partnerschaft

Die Gemeinde Gröbenzell ist mit der ungarischen Stadt Pilisvörösvarseit 1990 partnerschaftlich verbunden. Das Jubiläumder 25-jährigen Partnerschaft wurde unter anderem mit einem Heimatabend und einem Festabend im Freizeitheim gefeiert.Die Partnerschaft wurde immer zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und Vereinen partnerschaftlich mit den Freunden aus Ungarn gelebt. Weitere Impressionen von der Jubiläumsfeier finden sie im Mitteilungsblatt der Gemeinde Gröbenzell.

 

Partnerschaft mit Pilisvörösvár (Ungarn)

József Kezslérj (Ratsvorsitzender des Rats des Volkes in Pilisvörösvár) und Dr. Bernd Rieder unterzeichen die Urkunden zur Städtepartnerschaft

Seit dem Jahr 1990 besteht zwischen der ungarischen Gemeinde Pilisvörösvár (deutsch: Werischwar) und Gröbenzell eine Partnerschaft, für Gröbenzell war dies die erste Städtepartnerschaft.

Gemeinsam haben wir uns vorgenommen, dass es auf allen Ebenen zu einem regen und freundschaftlichen Austausch in kulturellen, schulischen, sprachlichen, sportlichen und touristischen Belangen kommt. Durch das langjährige Bestehens der Partnerschaft gibt es inzwischen viele tiefegehende Freundschaften zwischen deutschen und ungarischen Familien in Pilisvörösvàr und Gröbenzell. 

 

Partnerschaftsurkunde
Wappen

Im Jahr 2005 konnten wir gemeinsam das 15-jährige Jubiläum unserer Partnerschaft feiern. In den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten hat vor allem der Deutsch-ungarische Verein Gröbenzell e.V. und Werischwarer Minderheitenselbstverwaltung dafür gesorgt, dass Deutsche und Ungarn einander noch besser kennen lernen und zueinander finden. Mit zwei gelungenen Festwochenenden feierten wir das 15-jährige Jubiläum in Pilisvörösvár und Gröbenzell. 

Festakt im Gröbenzeller Bürgerhaus
Ansprachen zum Partnerschaftsjubiläum

Nur 17 Kilometer von der ungarischen Hauptstadt Budapest entfernt liegt die Stadt Pilisvörösvar. Die deutschstämmige Bevölkerung macht in Werischwar laut deren Angaben rund 60 % der im Winter insgesamt 13.000 Einwohner aus. Um weitere 7.000 Einwohner wächst die Stadt Werischwar im Sommer, wenn viele ansonsten in Budapest lebende Ungarn ihren Zweitwohnsitz in Werischwar beziehen, die allerdings eher mit Wochenendhäusern vergleichbar sind. Häufige deutschstämmige Familiennamen sind Fetter, Müller, Manhertz, Schreck, Krupp, Weisz, Weller und Wenczel. An den Geschäften sind vielfach auch deutsche Bezeichnungen, wie Blumen, Fleischerei, Kürschner und Weinkellerei zu finden.

Die Stadt Pilisvörösvar liegt an einer langgestreckten stark befahrenen Ortsdurchfahrt der Durchgangsstraße N10, die Budapest mit Györ verbindet. Die Bahnstrecke Dorog - Budapest, eine Regionalbahn, hat einen Bahnhof in Pilisvörösvár.

Inschrift am Rathaus in Werischwar
Blick über Pilisvörösvár
Blick auf die Werischwarer Kirche
Denkmal für den Bergbau
Grubenlampe
Gemeinderat Ludwig Brunner in einem werischwarer Kindergarten
Impressionen aus Pilisvörösvár

 

Pilisvörösvár liegt in einer Senke zwischen zwei Hügelzügen eines Mittelgebirges (Kalkstein und Dolomit), das sich in zwei Bergketten gliedert: Im Norden das Visigradihegyseg und im Süden das Pilisgebirge, von dem Pilisvörösvar seinen Namen hat. Die höchste Erhebung hat der Pilis mit 756 Meter. Die Mittlere Niederschlagsmenge im Jahr liegt bei 600 Millimetern.

Der erste Mensch erschien in der Gegend des Pilisch-Gebirges nahe der heutigen Hauptstadt Budapest gegen Ende der letzten Eiszeit. Die Jäger im Pilisch-Gebirge waren wahrscheinlich Seitenabkömmlinge der Gravetti-Stämme aus dem Flachland. Die Urmenschen dieser Gegend durften außer den natürlichen Wohnungen der Höhlen auch die in die Erde gegrabene Wohnhütten gekannt haben.

In den Jahren um den Anfang unserer Zeitrechnung verlegte Kaiser Augustus die Grenzen des Römischen Reiches mit der Besetzung von Transdanubien bis zur Donau vor. Um diese zu schützen, wurden entlang des Flusses Steinlager mit Wachtürmen erbaut (Limes). Auf der Gemarkung des 1997 zur Stadt erhobenen Pilisvörösvár wurden drei römische Meilensteine gefunden. Die Gegend war Ende des 16. Jahrhunderts, während der Türkenherrschaft, Schauplatz hin und her wogender Kämpfe.

Eine besondere Bedeutung hat neben dem Wein- und Getreideanbau in der Geschichte Pilisvörösvárs die Steinkohle. 1903 wurde unter belgischer Leitung mit der Abteufung eines Zwillingsschachtes im südlichen Teil des Dorfes begonnen. Er wurde nach dem Generaldirektor des Trustes Leopoldschacht genannt. Mit dem Grubenwasser konnte Energie gewonnen werden.

Heute florieren in der aufstrebenden Kleinstadt im Piliser Becken Handel und Gewerbe. Aus dem früheren Straßendorf hat sich ein Stadtkern mit Wohnsiedlungen und Industriegebieten entwickelt. Im alten Dorfkern gibt es auch noch typische Häuser der deutschen Kolonisation. 12.000 Einwohner, davon 60 Prozent mit deutscher Abstammung, wohnen in dem inzwischen schmucken einstigen Bergwerksdörfchen. Zwar wurde der Steinkohlebergbau 1949 stillgelegt, geblieben ist aber die Wasserquelle der Flöze. Vier große Fischteiche bereichern das Freizeitangebot. Besonders beliebt sind auch die süßen Produkte der Marzipanfabrik am Ort.

Arbeitsplätze gibt es zudem in einer Großbäckerei, in Steinhauereien und Steinbrüchen, in denen Material aus Dolomit verarbeitet wird. Neben einem Einkaufszentrum laden hübsche ,,Tante-Emma-Läden", Klein- und Kleinstfachgeschäfte zum Bummel durch die Hauptstraße. Viele Pilisvörösvárer arbeiten aber in der naheliegenden Auto- oder fotochemischen lndustrie oder in der benachbarten Landeshauptstadt.

Ein Kulturhaus gilt als Zentrum des städtischen Gemeinschaftslebens und die Grundlagen der Bildung bieten eine Stadtbibliothek, fünf Kindergärten (davon 3 deutschsprachige), 2 Grund- und Hauptschulen sowie ein Gymnasium und eine Fachmittelschule für Außenhandel. Zur Unterbringung der Jüngsten gibt es eine Kinderkrippe. Die Senioren werden in einem großzügigen Altenheim umsorgt.

 

Für mehr Informationen zu unserer Partnergemeinde Pilisvörösvàr klicken Sie bitte hier.

Bürgermeister Istvan Gromon (Stefan Gromon)

 

In Ungarn finden alle vier Jahre allgemeine Kommunalwahlen statt, die politischen Verhältnisse in Ungarn führten bislang stets zu großen personallen Wechseln im Gemeinderat und im Amt des/der Bürgermeister/in. Von 1990-1994 und 1998-2002 war Istvan Botzheim Bürgermeister der Gemeinde Pilisvörösvár, 1994-1998 und von 2002-2006 war Erzsébet Grósz Krupp als Bürgermeisterin tätig. Seit Oktober 2006 ist Istvan Gromon Bügermeister unserer Partnergemeinde.

 

 

 

In regelmäßigen Treffen, die abwechselnd in Pilisvörösvár und Gröbenzell stattfinden, tauschen sich die Verantwortlichen in den beiden Kommunen aus und planen die weitere Entwicklung der Partnerschaft. Nicht zuletzt unsere Vereine, allen voran der Deutsch-Ungarische Verein mit seinem 1. Vorsitzenden Ludwig Nádasi, tragen wesentlich zum Erfolg unseres gemeinsamen weges in Europa bei. Vor allem die Jugendlichen kommen in den Bereichen Sport und Kultur immer wieder zusammen um einander besser kennen zu lernen.

Die Bürgermeister beim Arbeitstreffen