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Die Baumschutzverordnung

Foto: Susanne Flügel
Baum

In Gröbenzell kommt dem Schutz und Erhalt von wertvollen Bäumen eine besondere Bedeutung zu. Bereits 1978 ist in Gröbenzell erstmalig eine Verordnung zum Schutz bestehender Bäume erlassen worden. Ziel war es schon damals, die innerstädtische Durchgrünung Gröbenzells auf Dauer zu erhalten und zu schützen.

Gerade heute, in Zeiten, in denen Tiere und Insekten in der freien Landschaft oftmals nur noch eine strukturarme und ausgeräumte Feldflur vorfinden, wird der innerörtliche Lebensraum für ein breites Artenspektrum unverzichtbar. Die Gemeinde Gröbenzell hat sich daher zur besonderen Aufgabe gemacht die Artenvielfalt im Ort zu fördern und zu schützen. Dies kommt auch im Namenszusatz „Gartenstadt“ zum Ausdruck. Die Baumschutzverordnung ist dafür ein wichtiges Instrument. Nicht nur Tieren  kommt die Baumschutzverordnung zugute, auch dem Klima und allen Bewohnerinnen Gröbenzells. Denn Bäume spenden Schatten und verbessern das Kleinklima sowie die Luftqualität.

Folgende Bäume sind nach § 2 Abs. 1 Baumschutzverordnung geschützt:

 

1.      Laub, Nadel-  und Obstbäume mit einem Stammumfang von mehr als 60 cm, gemessen in einer Höhe von 1,00 m über dem Erdboden

2.

         Mehrstämmige Bäume, wenn die Summe der Stammumfänge in einer Höhe von 1,00 m über dem Erdboden mehr als 80 cm beträgt und wenn mindestens ein Stamm einen Umfang von mehr als 40 cm in einer Höhe von 1,00 m über dem Erdboden aufweist

 3.    Ersatzpflanzungen im Sinne des § 7, auch wenn sie nicht die Voraussetzungen des §2 Abs. 1 Nr. 1oder Nr. 2 erfüllen.

 4.     Unabhängig von ihrer Größe, auch Bäume, die aufgrund von Festsetzungen in Bebauungsplänen gepflanzt wurden.

Fragen und Antworten zur Baumschutzverordnung in Gröbenzell

Button Baum-Info

Was muss ich tun, wenn ich einen Baum fällen oder stark zurückschneiden will?

Wenn die Fällung eines geschützten Baumes gewünscht ist, z.B. wegen einer Verkehrsgefährdung, aufgrund einer Krankheit, wegen unzumutbarer Beschattung des Grundstücks oder wenn ein stärkerer Rückschnitt vorgenommen werden soll, stellen Sie bitte einen schriftlichen Antrag an das Umweltamt in Gröbenzell. Sie können auch gern mit dem Umweltamt Kontakt aufnehmen, telefonisch Herr Julian Hehenberger (-282) oder Fr. Katharina Bader (-283) oder elektronisch an baumschutz@groebenzell.de.

Wer kann einen Antrag stellen?

Antragsberechtigt ist grundsätzlich jeder, auch der Nachbar oder jeder, der sich nachvollziehbar beeinträchtigt fühlt. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Genehmigungen zur Fällung oder zu einer Baumveränderung möglichst vom Grundstücksbesitzer selbst gestellt werden sollten. Eine Genehmigung des Umweltamtes ersetzt nicht die privatrechtliche Zustimmung des Baumeigentümers. Privatrechtliche Fragen sind alleinige Angelegenheiten zwischen den Betroffenen und können durch das Umweltamt nicht geklärt werden.

 

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Was passiert nach der Antragsstellung?

Ein Mitarbeiter des Umweltamtes wird vor Ort prüfen, ob ein ausreichender Grund für die Erteilung der Genehmigung vorliegt. Außerdem wird festgelegt, ob als Ausgleich eine Ersatzpflanzung erforderlich und zumutbar ist. Das Ergebnis wird nach Abschluss des Verfahrens schriftlich mitgeteilt. Sollte während der Ortsbesichtigung eine akute Gefahr festgestellt werden (z.B. Anheben des Wurzeltellers, Risse im Erdboden, etc.) kann kurzfristig eine mündliche Genehmigung erteilt werden.

Was sind grundsätzlich keine ausreichenden Gründe zur Fällung oder starken Rückschnitt eines Baumes?

  • Laubfall, Fall von Früchten, Samen- und Pollenflug
  • Verstopfung der Regenrinne durch Laub
  • geringfügige bis mittlere Verschattung
  • geringer Astabwurf
  • Probleme, die durch fachgerechte Baumpflege gelöst werden können
Button Info Baumfällung

Muss ich einen Ersatzbaum pflanzen?

Um den Baumbestand in Gröbenzell sichern zu können, wird eine Fällgenehmigung mit der Auflage einer Ersatzpflanzung eines heimischen Laubbaumes (siehe Liste Ersatzbaumpflanzungen, Mindeststammumfang von 14-16 cm) erteilt. Ist nach Ansicht des Umweltamtes auf dem Grundstück nicht ausreichend Platz oder sind bereits genügend Bäume in Abhängigkeit von der Grundstücksgröße vorhanden, kann auf die Ersatzpflanzung verzichtet werden.

 

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Was muss ich tun, wenn ich meinen Baum „zuschneiden“ möchte?

Genehmigungspflichtig sind Baumveränderungen (Rückschnitte), die das charakteristische Aussehen eines Baumes verändern, dessen zukünftiges Wachstum verhindern oder das Gehölz stark schädigen (§ 4 Abs. 4 Baumschutzverordnung), zum Beispiel starke Aufastung oder Kappung eines geschützten Baumes. Genehmigungsfrei sind dezente Rückschnitte im Feinastbereich (Äste bis zu 3 cm im Durchmesser) und bis maximal 1-1,5 m des Gestamtkronenvolumens alle drei Jahre. Entnahme von Totholz im Rahmen der Verkehrssicherung nach ZTV - Baumpflege des Eigentümers ist genehmigungsfrei.

 

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Was ist, wenn Äste oder Wurzeln vom Nachbarn störend in mein Grundstück ragen?

Äste, die von geschützten Bäumen über die Grundstücksgrenze ragen, darf man ohne Genehmigung abschneiden, wenn diese Maßnahme nicht zu einer so genannten Baumveränderung führt. Genehmigungsfrei nach Baumschutzverordnung sind Äste im Feinastbereich (Äste bis zu 3 cm im Durchmesser). Keinesfalls erlaubt ist ein radikaler Astabschnitt. Wurzeln eines geschützten Baumes, die vom Nachbargrundstück kommen, dürfen nicht einfach an der Grundstückgrenze abgeschnitten werden, wenn dadurch die Standsicherheit beeinträchtigt oder der Baum irreversibel geschädigtwird. Zuwiderhandlungen können eine hohe Geldstrafe zur Folge haben. Bitte beachten Sie, dass das Umweltamt Gröbenzell öffentliches Recht vollzieht und zu privatrechtlichen Nachbarrecht keine verbindlichen Auskünfte erteilten kann.

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Wann darf geschnitten werden?

Während der Vogelbrutzeit vom 1. März bis zum 30. September ist es nicht erlaubt, Bäume oder Hecken, in denen Vögel brüten, zu entfernen oder zu schneiden. Unumgängliche Verkehrssicherungsmaßnahmen, wie zum Beispiel einen dicken, angebrochenen Ast zu entfernen, der über einer viel befahrenen Straße hängt, sind jedoch erlaubt. Das Umweltamt rät Ihnen daher, jegliche Schnittmaßnahmen in den Bereich außerhalb der Vogelbrutzeit im Herbst oder Frühjahr zu legen. Siehe auch: „Welche Regelungen zum Artenschutz muss ich beachten?“.

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Ich habe plötzlich einen gefährlichen Baum im Garten. Was muss ich tun?

Eine plötzliche, unmittelbare Gefahr besteht, wenn zum Beispiel der Wurzelteller eines Baumes sich hebt, eine starke Neigung des Baumes in kurzem Zeitraum festgestellt wird oder wenn ein angebrochener Starkast in der Krone hängt. Dies geschieht oft in Verbindung mit starken Windereignissen. In diesem Fall wenden Sie sich bitte telefonisch an das Umweltamt. Ein Mitarbeiter der Gemeinde wird kurzfristig vor Ort sein und Ihnen sofortige Maßnahmen ermöglichen. Wenn es sich nicht um einen Wochentag handelt und Sie telefonisch keinen Gemeindemitarbeiter erreichen können, kann der Gefahrenbaum ohne vorherige Erlaubnis der Gemeinde gefällt oder gefährliche Starkäste entnommen werden. Es ist jedoch zwingend erforderlich in diesem Falle aussagekräftiges Fotomaterial (Gesamtansicht, Foto der Krone, Foto des Schadens) dem Umweltamt im Nachgang vorzulegen und die Maßnahme unverzüglich am folgenden Arbeitstag bei der Gemeinde anzuzeigen (§ 5 Baumschutzverordnung). Sollten die Gründe nicht ausreichend nachvollziehbar dokumentiert sein, wird entschieden, ob eine Geldbuße vom Baumeigentümer eingefordert wird (§ 11 Baumschutzverordnung). Auch hier prüft das Umweltamt, ob eine Ersatzpflanzung erforderlich ist.

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Welche Regelungen zum Artenschutz muss ich beachten, wenn ich einen Baum scheiden oder fällen will?

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§39 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 BNatSchG) gelten seit dem 01.03.2010 strenge Vorschriften zum Rückschnitt oder zur Fällung von Bäumen im Zeitraum der Vogelbrutzeit zwischen dem 1. März und dem 30. September. Damit soll verhindert werden, Vögeln in diesem Zeitraum die wichtigen Nist-, Nahrungs- und Brutstätten zu entziehen. Maßnahmen sollte daher möglichst so organisiert werden, dass sie außerhalb der oben genannten Brutzeit durchgeführt wird.

Folgende Maßnahmen sind jedoch, wenn konform mit der Baumschutzverordnung, ganzjährig erlaubt: 

  • Schonender Pflegeschnitt an Sträuchern und Hecken bei dem der jährliche Zuwachs entfernt wird.
  • Fachgerechte, schonende Pflegeschnitte an öffentlichen Bäumen oder in parkartigen Wohnanlagen.
  • Die unumgängliche Fällung oder der Beschnitt von Bäumen zur Gefahrenabwehr.
  • Das Fällen oder Beschneiden von Bäumen in gärtnerisch genutzten Grundstücken. Nach Vorlage einer ggf. notwendigen Genehmigung nach Baumschutzverordnung.
  • Bei behördlich angeordneten oder genehmigten Maßnahmen.

Wenn im Zeitraum März bis September Schnittmaßnahmen anfallen, die unaufschiebbar sind, dann kann ein Antrag auf Befreiung nach § 67 BNatSchG beim Landratsamt FFB gestellt werden.

Siehe auch „Wann darf geschnitten werden“

Noch Fragen?

Unsere Mitarbeiter*innen der Umweltabteilung helfen gerne weiter:

Gemeinde Gröbenzell
Rathausstraße 4
82194 Gröbenzell

Abt. Umwelt/Baumschutz
baumschutz@groebenzell.de
Julian Hehenberger 08142/505 -282 und Katharina Bader 08142/505 -283